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Buchmesse Frankfurt Das Profil schärfen

Wenn die Frankfurter Buchmesse im Oktober zum ersten Mal mit einem eigenen Veranstaltungsgebäude auftritt, dann ist dies auch die Chance, das politische Profil weiter zu schärfen. Ein Kommentar.

Buchmesse Frankfurt
Der Blick ins Innere als Computersimulation. Foto: Schneider/Schumacher

Dieser Balanceakt begleitet die Frankfurter Buchmesse seit Jahrzehnten. Sie ist einerseits der wirtschaftlich entscheidende Treffpunkt der Medien-Branche weltweit. Hier werden die großen Geschäfte abgewickelt, die aus einem Stoff Bücher, Filme, Hörbücher werden lassen.

Die Buchmesse mit ihren rund 7300 Ausstellern aus zuletzt 102 Ländern ist aber immer mehr auch eine politische Bühne. Etwa 10 000 Journalisten und Blogger aus aller Welt drängen sich in den wenigen Tagen im Oktober mittlerweile auf etwa 4000 Veranstaltungen.

Wer Zeichen setzen möchte und Wirkung erzielen, der findet in dieser kurzen Zeit große Aufmerksamkeit. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat im zurückliegenden Jahrzehnt deutlich an politischem Profil gewonnen. Aus einem noch um die Jahrtausendwende eher betulichen Honoratiorenverein ist eine Organisation geworden, die offensiv für das freie Wort, für unzensierte Medien eintritt.

Hier ist Alexander Skipis, seit 2005 der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, eine treibende Kraft. Zuletzt etwa mit der Kampagne „Für das Wort und die Freiheit“ vor dem Hintergrund der zunehmenden Repression in der Türkei.

Wenn die Buchmesse jetzt im kommenden Oktober zum ersten Mal mit einem eigenen Veranstaltungsgebäude auftritt, dann ist dies auch die Chance, das politische Profil weiter zu schärfen. Man kann sich mit eigenem Programm deutlich absetzen vom Trubel aus Bestsellern, Koch-Shows und Karaoke.

Zum Beispiel durch die Abgrenzung von rechtsextremen Inhalten auf der großen Medien-Schau. Buchmessen-Direktor Juergen Boos hat hier 2017 nicht glücklich agiert. Er hat einen politischen Eiertanz aufgeführt.

Aber in ihrem eigenen neuen Haus kann die Buchmesse in diesem Jahr ja nun alles besser machen.

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