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Bruno Schubert Bewährungsstrafe für Bierkönig-Geliebte

Eine frühere Geliebte des Frankfurter "Bierkönigs" Bruno Schubert wird wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die 33-Jährige hatte von Schubert jahrelang großzügige Geschenke erhalten, ohne dies bei dem Finanzamt anzugeben.

Bruno H. Schubert an seinem 90. Geburtstag. Foto: Rolf Oeser

Das Frankfurter Landgericht hat Swetlana M., die ehemalige Gespielin des verstorbenen Brauereierben und Frankfurter Ehrenbürgers Bruno H. Schubert, wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Damit entgeht die 33-Jährige dem Gefängnis.

2014 hatte das Landgericht M. zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, weil sie Geschenke ihres greisen Liebhabers in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro nicht versteuert hatte. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aufgehoben – der geschätzte Steuerschaden von rund 760 000 Euro sei zu hoch angesetzt, ein Teil sei bereits verjährt.

In seinem jetzigen Urteil hielt das Landgericht M. die Umstände der Tat zugute. Die während ihrer Beziehung zu Schubert in den Jahren 2004 bis 2007 noch sehr junge Frau, die keine Ausbildung und wenig berufliche Perspektiven hatte, fand in dem knapp 90 Jahre alten Schubert einen spendablen Gönner, der sie mit Geld, Schmuck, Autos und Immobilien förmlich zuschüttete. Manchmal überließ er seiner Mätresse gar ein tägliches Shopping-Salär von 40 000 Euro, welches in der Regel dann auch ausgeschöpft wurde.

Swetlana M. habe „ein Leben an der Seite eines Mannes geführt, bei dem immer Geld da war“, sprang ihr selbst die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer bei; sie habe sich vom „Saus und Braus“ mitreißen lassen. Schubert habe ihr immer versichert, „er kümmere sich um alles“, was den Fiskus betreffe.

Auch der Richter kam noch einmal auf das Milieu zu sprechen, in dem sich der 2010 im Alter von 90 Jahren gestorbene Ehrenbürger bewegte und in dem „Steuerehrlichkeit nicht gerade vorgelebt wurde“. Schubert sei der aus einfachen Verhältnissen stammenden M. „sozial in jeder Hinsicht überlegen gewesen“. In der Tat hielt der auch „Bierkönig“ genannte Schubert in seinem Sachsenhäuser Anwesen und seinem Domizil im Berchtesgadener Land einen Hof, in dem sich die halbe Stadtgesellschaft ebenso gerne wie ungeniert durchschnorrte. Den meisten Profit machten dabei meist die extrem jungen Freundinnen Schuberts, Swetlana M. war drei Jahre lang seine eindeutige Favoritin.

Strafmildernd kam zudem hinzu, dass M. voll geständig ist, den größten Teil der Steuerschuld bereits zurückgezahlt hat und zudem mittlerweile einer geregelten Arbeit nachgeht – für ihren neuen Lebensgefährten, einen Kölner Geschäftsmann.

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