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Brentanobad Jagd auf die Nilgänse beginnt

„Feuer frei“, heißt es aus dem Ordnungsamt: Die Stadt hat den Abschuss von Nilgänsen in Frankfurter Freibädern freigegeben. Start soll in diesen Tagen im Brentanobad sein.

Nilgänse
Nilgänse in Frankfurt ? ihre Verdauung macht sie so unbeliebt. Foto: Monika Müller

Noch sei nichts passiert, sagt Axel Seidemann. Das werde sich aber in den nächsten Tagen ändern. Dann geht der Jäger ins Brentanobad und schießt auf Gänse. Zwei oder drei wird er zur Strecke bringen, „vielleicht auch fünf“, zur Abschreckung, um die Nilgänse aus dem Bad zu vertreiben – für kurze Zeit. „Dann kommen andere Gänse“, sagt Seidemann, „und dann fangen wir wieder an.“ Mit dem Schießen.

Seit knapp zwei Wochen läuft die Jagdsaison, in der jetzt auch Nilgänse in Frankfurter Freibädern erlegt werden dürfen, am 15. Januar endet sie. „Es muss in dieser Zeit passieren“, sagt Andrea Brandl, Referentin des Ordnungsdezernenten Markus Frank (CDU). Deshalb heiße es jetzt Feuer frei – „so kann man das sagen“. Am Montag habe Frank das „Go“ gegeben.

Es geht um den Kot der Gänse, der die Liegewiesen bedeckt. Die Stadt will ihn loswerden, weil er unhygienisch ist. Tierschützer zürnen. Jede Woche erreichen die FR Proteste von Personen und Institutionen, die das Schießen auf die Tiere verurteilen, sowohl moralisch als auch in der Frage nach dem praktischen Sinn. Die Tierrechtsorganisation Peta drohte rechtliche Konsequenzen an, falls geschossen werde. „Hier wird eine Art völlig zu Unrecht stigmatisiert“, beklagte die Jagdgegnerin und Gänseschützerin Charlotte Rochwani. Biologen und Tierärzte bezeichneten den geplanten Abschuss als unverhältnismäßig und als Verstoß gegen das Gesetz.

Natürliches Gleichgewicht wichtig

Im Römer ist man sich der Proteste bewusst. Dennoch: „Die Jäger sagen, Nilgänse vertreiben viele andere Tiere“, sagt Brandl. „Es geht auch darum, das natürliche Gleichgewicht zu halten.“ Was die Jagdgegner vehement bestreiten – nach ihrer Auffassung ist die Gans Teil dieses Gleichgewichts. Wer störe, sei vielmehr der Mensch.

Jäger Seidemann war am Freitag mit dem Hund zum Gänsevergrämen da; eine von vielen Varianten. „Wir haben alle Maßnahmen probiert, von denen man gehört hat. Es ist wie mit dem Elektrozaun: Wenn’s nicht Aua macht, merkt es sich das Tier nicht.“ 56 Gänse seien am Freitag im Brentanobad gepaddelt. Für den Hund hätten sie freundlich eine Gasse gebildet.

Das Umweltdezernat äußert sich nicht zum Schießen in den Bädern – das sei Sache des Kollegen Frank. „Wir schauen auf die Grünanlagen“, sagt Alexandra Chmielewski, Sprecherin der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Wie dort mit den Gänsen umzugehen sei, sollen Experten erörtern. Ein Runder Tisch ist für Oktober geplant.

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