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Brand und Überschwemmung Kleingärtner beklagen hohe Schäden

Ein Brand und eine Überschwemmung verwüsten innerhalb weniger Tage mehrere Gartenhütten in Frankfurt. Einige Gärtner zeigen sich kämpferisch, andere wollen aufgeben.

Überschwemmung
Bis die Versicherung die Schäden begutachtet hat, bleibt der Schlamm in Sachsenhausen liegen. Foto: Rolf Oeser

Das Wasser ist zwar fast wieder weg, aber der Schaden ist geblieben. Das angebaute Gemüse in den Kleingartenanlagen in Sachsenhausen ist nicht mehr zu gebrauchen, auch die Blumen haben stark gelitten. Noch größer ist aber der Schaden in den überfluteten Hütten – gut 60 Zentimeter stand dort das Wasser am vergangenen Wochenende.

„Jetzt müssen wir warten, bis das Wasser versickert ist“, sagt der 1. Vorsitzende des Kleingärtnervereins (KGV) Ziegelhütte, Dieter Unger. Am vergangenen Freitag sei eine Transportleitung von Hessenwasser unweit der Kleingartenanlage geborsten. Das austretende Wasser sei in die Parzellen hineingelaufen. Zwar gelang es, das im Durchschnitt 60 Zentimeter große Rohr zu reparieren, aber schützen konnten sich die Kleingärtner nicht mehr gegen die Wassermassen. Etwa 20 der mehr als 120 Gärten seien betroffen. „Es wird wohl einiges aus den Hütten entsorgt werden müssen, weil es durch das Wasser nicht mehr zu gebrauchen ist“, mutmaßt Unger.

Fast noch verheerender hat es den Nachbarverein KGV Frankfurt Süd getroffen. Auch hier sind etwa 20 Hütten vom hohen Wasser betroffen – hinzu kommt das Vereinsheim. Wie sich die Situation im Verein weiter gestalten wird, war am Montag nicht zu erfahren.

Während zwei Kleingartenvereine mit Wasser kämpfen mussten, wurde ein anderer vom Feuer heimgesucht. Am frühen Samstagmorgen brannten mehrere Lauben in der Anlage des KGV Westhausen im Stadtteil Hausen. Noch ermittelt die Polizei, wie es zu dem Feuer kommen konnte. Vorsitzende Ulrike Peschelt-Elflein ist bedient: „Sechs Lauben sind total ausgebrannt.“

Nur verkohlte Holzpflöcke und einige Mauerreste zeugen noch von den ehemaligen Gartenhäuschen. Der Schaden wird auf 40 000 Euro geschätzt. Man warte nun auf die Nachricht der Ermittler, um endlich mit den Aufräumarbeiten beginnen zu können. „Einige Mitglieder haben mich schon angerufen und gefragt, wie sie helfen können. Der Zusammenhalt ist wichtig“, sagt die Vorsitzende. Vor sieben Jahren habe es schon mal einen Brandfall gegeben. Auch damals habe man zusammengestanden.

Einige der betroffenen Pächter seien noch im Urlaub und konnten nur telefonisch informiert werden. „Von einem weiß ich bereits, dass er weitermachen will.“ Aber Peschelt-Elflein hat auch schon Resignation erlebt. Eine junge Familie, der eine der abgebrannten Hütten gehört, habe ihr am Telefon gesagt, dass sie wohl aufgeben werde. „Das ist natürlich erstmal ein Riesenschock, wenn man erfährt, dass die Laube abgebrannt ist“, sagt die Vorsitzende. Man wolle den Betroffenen nun Mut machen, vielleicht machen ja alle weiter. Halbwegs positiv sei, dass nur die Hütten vom Feuer vernichtet wurden. Das Gemüse und die Pflanzen seien alle verschont geblieben.

Sowohl im Fall des Wasser- als auch des Feuerschadens werden sehr wahrscheinlich die Versicherungen für den Schaden aufkommen. Die Mühe und das Herzblut, welche die Gärtner in ihre Anlagen gesteckt haben, werden aber schwer aufzuwiegen sein.

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