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Bornheim Kubi und Beramí suchen Räume

Eigentümer wandelt Bürogebäude an der Burgstraße in Wohnungen um. Mieter sind Unternehmen und Vereine, sie müssen ausziehen.

Der Supermarkt und das Fitness-Studio können voraussichtlich bleiben. Foto: peter-juelich.com

Das mehrstöckige Gebäude Burgstraße 106 wird umgewandelt. Derzeit ist die Liegenschaft der Auxilia AG vermietet. Neben Institutionen und Vereinen wie Beramí, Kubi und Medico International, sind dort Firmen ansässig. Die meisten Mieter werden wohl über kurz oder lang ausziehen müssen. Der Eigentümer wolle dort Wohnraum schaffen, sagt Volker Schuck von der GVB-Grundstücksverwaltung. Details und eine Zeitplan gebe es nicht, „auch noch kein Konzept“. Die Änderung entspreche dem Trend der Zeit.

Ob alle Mieter ausziehen müssen, konnte Schuck nicht sagen. Der Alnatura-Supermarkt und Amiga Frauenfitness stünden derzeit nicht zur Debatte. Beide passten „vorzüglich“ zu einer Belegung mit Wohnungen. Noch haben nicht alle Vereine eine Kündigung erhalten. „Wir gehen aber davon aus, dass sie kommt und wir in einem Jahr raus müssen“, sagt Cornelia Goldstein von Beramí – Berufliche Integration. Schön sei es nicht, „aber das ist halt Frankfurt“.

Goldstein hofft, dass der Verein Ersatz zu ähnlichen Konditionen findet, der gut zu erreichen ist. An der Burgstraße nutzt Beramí 1200 Quadratmeter. Die 32 vor allem weiblichen Mitarbeiterinnen betreuen täglich rund 120 Besucher. Beramí bietet etwa berufliche Beratung oder Deutschtraining an und hat Angebote für Geflüchtete. Der Verein suche eigenständig, freue sich aber über Hilfe.

Die bekommt er von Medico International. Die Hilfsorganisation, die sich um Menschen in Not kümmert und an der Beseitigung der strukturellen Ursachen von Armut und Ausgrenzung arbeitet, ist im Gespräch mit dem Verein, sagt Uwe Schäfer. Medico zieht im Herbst in einen eigenen Neubau im Ostend um (die FR berichtete). „Dort könnten bestimmte Einheiten von Beramí unterkommen, nicht der komplette Verein.“ Vom Background her passe Beramí gut zu Medico.

Offen ist dagegen, was mit dem Verein für Kultur und Bildung passiert. Bereits Ende Mai muss Kubi die Geschäftsstelle im 5. Stock räumen, sagt Arif Arslaner. Der Vertrag sei ausgelaufen. „Jetzt sind wir auf der Suche.“ Auch nach Räumen für das Bewerbungszentrum, das im Erdgeschoss untergebracht ist. Dort müsse Kubi Ende des Jahres raus. Der Geschäftsführer bedauert es, dass die Verträge nicht verlängert werden. In Bornheim oder im Nordend gebe es keine passende Alternative. Und die Preise in der Innenstadt könne sich der Verein nicht leisten. „Wir können keine 20 Euro pro Quadratmeter bezahlen.“

Insgesamt 150 Mitarbeiter arbeiten für den Verein, dessen Ziel es ist, die schulischen und beruflichen Integrationschancen von jungen Menschen zu verbessern und die Verständigung über Kulturgrenzen hinweg zu fördern. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Arslaner, der den Verein 1993 mitgründete. In Bornheim habe der Verein seine Wurzeln und sein Netzwerk.

Volker Schuck von der Hallenverwaltung verweist darauf, dass sich sein Unternehmen „vertragskonform“ verhalte. Auch werde die GBV helfen, neue Räume zu finden. Unterstützung sichert auch der kommissarische Leiter des Liegenschaftsamts, Jochen Strack, zu. Wenn die Stadt Räume habe, werde sie diese auch an Vereine vermieten. In der Regel gebe es aber keinen Leerstand. Auch könnten sich die Vereine direkt an die Behörde wenden.

„Wir sind gewillt, die Vereine zu unterstützen“, sagt Strack. Aus diesem Grund habe die Stadt auch die Bunker gekauft. Denkbar sei es, dass es in dem Gebäude an der Petterweilstraße noch Platz gibt. Derzeit stehe dort die Brandschutztechnik auf dem Prüfstand. Im Anschluss müsse geklärt werden, wie groß der Bedarf die beiden Vereine ist, die im Bunker bislang ihren Sitz hatten. Dort könne geschaut werden, „ob es noch Platz gibt“.

Der Ortsbeirat 4 hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, dass der Magistrat den Mietern bei der Suche nach neuen Räumen hilft.

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