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Bornheim Ideen gegen den Leerstand

Anwohner der mittleren Berger Straße können jetzt Wünsche aufschreiben, wie der Leerstand in den Griff zu bekommen ist.

Marlene Haas, Agentur Kultpour, mit Schild am Startpunkt. Foto: Renate Hoyer

Indoor-Spielplatz, Kochhaus, Kunstsupermarkt – die Wünsche sind vielfältig, die die Anwohner und Gewerbetreibenden mit Wachsmalstiften notiert haben, auf einem Plakat am ehemaligen Saturn-Markt auf der mittleren Berger Straße. Die Botschaft ist klar: Der Leerstand zwischen Bornheim-Mitte und Höhenstraße soll beseitigt werden. Das ist die Idee hinter der Aktion, zu der die Imagekampagne „Lust auf Leben – Willkommen in Bornheim“ für Sonntagmorgen geladen hat.

Ein Dutzend Menschen sind dem Aufruf gefolgt. Sie haben sich am Uhrtürmchen getroffen und schlendern nun die Einkaufsmeile herunter – vorbei an verwaisten Geschäften mit trostlosen Schaufenstern. Marlene Haas, Inhaberin der mit der Kampagne beauftragten Agentur Kultpour, hält ein Schild hoch: „Leerstandswandeln – Bürgerideen für ungenutzte Räume“, steht darauf.

Am Ende der Aktion hängen an fünf Häusern Plakate zum Beschreiben. Die Initiatoren hoffen auf weitere Anwohner, die Ideen kundtun. Nach einer Woche sollen die „Wunschzettel“ an den neuen Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) übergeben werden. „Wandeln heißt abändern, umformen und verwandeln“, erklärt Feyza Morgül von der Firma Opera Civil, die das Projekt Lust auf Leben unterstützt. „Wir wollen das Gefühl vermitteln, dass man etwas gestalten kann.“

Rund sieben Läden zwischen Bornheim-Mitte und Höhenstraße sind derzeit unvermietet. „Ich laufe hier nur durch“, sagt Morgül und spricht von einem „Knick zwischen unterer und oberer Berger Straße.“ In die gleiche Kerbe schlägt Iris Mandsack: „Ich halte mich eher auf der oberen Berger Straße auf“, sagt die Alt-Bornheimerin. Denn der mittlere Abschnitt sei vernachlässigt.

Dabei gibt es auch positive Beispiele. Etwa Sybille Nolte, die eine ihrer fünf Hessen-Shop-Filialen an der Berger Straße 148 betreibt. „Wir sind zufrieden“, sagt sie. Doch die Frequenz auf der Leipziger Straße, wo sie ebenfalls einen Ableger hat, sei viel höher. Das kommt nicht von ungefähr: „Manche Einzelhändler schließen samstags schon um 14 Uhr.“ Nolte wünscht sich deshalb eine bessere Zusammenarbeit.

Ideen für eine Kooperation mit dem „Weltladen“ auf der anderen Straßenseite hat sie bereits. Dort haben Stefan Diefenbach und Ursula Artmann nach zehn Jahren erstmals renoviert. „Wir glauben an den Standort und wollen die Leute auf der Straße halten“, sagen die Inhaber. Das größte Problem seien die Mieten, denn die Vorstellungen der Eigentümer seien zurzeit nicht machbar.

Eine breite Palette an Geschäften ist aber unabdingbar, damit sich wieder ein richtiges „Einkaufserlebnis“ entwickelt, wie Norbert Rojan es sich wünscht. Er fordert, die Lokalpolitk müsse auch die Hauseigentümer ins Boot holen. Dann werde die Berger Straße sich über kurz oder lang erholen, glaubt Sybille Nolte. „Der mittlere Abschnitt ist das Nahversorgungsherz“, sagt sie.

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