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Bornheim Aufwertung für die Obere Berger

Leerstehende Läden, schmuddelige Ecken, Umsatzeinbußen in Geschäften: Zwischen Höhenstraße und Fünffingerplätzchen könnte die Berger Straße in Bornheim ein wenig Aufwertung durchaus vertragen. Das finden auch Aktive vom Frankfurter Garten und beleben die Obere Berger mit „Oasen“.

Das Entree nach Bornheim wird aufgehübscht, Ilona Lohmann-Thomas pflanzt an, das Fahrrad muss noch weg. Foto: Monika Müller

Petersilie, Rosmarin und Feldsalat. Seit Samstag wachsen Kräuter an der Ecke Höhenstraße, Obere Berger Straße. Die Gitter am Eingang zur U-Bahnstation zieren nun helle Holzpaletten. Ilona Lohmann-Thomas steckt Pflanzentöpfe in die Zwischenräume, ihr Kollege sägt größere Löcher. „Das ist alles essbar“, erklärt die Vorsitzende des Frankfurter Gartens einer interessierten Passantin.

Das Urban Gardening Projekt auf dem Danziger Platz betreut schon lange gemeinschaftliches Pflanzen. Nun helfen sie auf der Berger Straße mit. Das seien winterfeste Erdbeeren, Currykraut und Zierkohl, alles Nutzpflanzen, sagt Lohman-Thomas. Und sie sähen trotzdem schön aus. „Eine gute Idee“, findet die Passantin, „es sieht viel besser aus als vorher.“

Die neue „Oase“ ist die dritte auf der Einkaufsmeile. An der U-Bahn-Station Bornheim Mitte entsteht zeitgleich die vierte, die von den Marktbeschickern kuratiert wird. Im Rahmen des Stadtteilkonzepts „Lust auf Leben – Willkommen im Bornheim“ wurden dieses Jahr bereits eine „Oase“ vor dem leerstehenden Saturngebäude und eine auf dem Fünffingerplätzchen aufgebaut.

Tafeln informieren jeweils über den Stadtteil. Eine Karte zeigt, was Bornheim zu bieten hat. Jede „Oase“ wird von einem für das Viertel wichtigen Partner betreut. Die Kampagne soll die Obere Berger, von der Höhenstraße bis zum Fünffingerplätzchen aufwerten und mehr Besucher anziehen. Seit dem Auszug des Saturns beklagen die Einzelhändler Umsatzeinbußen, einige Läden stehen leer und hier und da gibt es schmuddelige Ecken.

Pflanzen geklaut

Marlene Haas, Koordinatoren des Projekts, hofft, dass das Teilen der Kräuter an der Höhenstraße etwas besser klappt als vor dem ehemaligen Saturn-Markt. Dort seien die Pflanzen zum Teil einfach ganz mitgenommen worden. Außerdem wurden die Tafeln bekritzelt. Dem wolle man nun bald mit Postkarten entgegen wirken, auf denen Anwohner ihre Wünsche und Meinungen über ihr Viertel abgeben können.

„Dennoch hat es schon viel positives Feedback gegeben“, sagt Haas. Die Bürger fänden gut, dass mal was passiere, sich jemand kümmere. Denn darum gehe es schließlich: Dass die Bürger selbst etwas auf die Beine stellten und als Anwohner ihren Stadtteil mitgestalten könnten.

Für die neue „Oase“ an der Höhenstraße übernimmt der Ortsbeirat 4 die Verantwortung. Das heißt auch nachpflanzen und gießen. Vorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU) freut sich über „ein schönes Entree in das Viertel und die Berger“. Er plant noch eine Tafel des Gremiums anzubringen. Hinter den „Oasen“ stecke noch viel mehr. Durch die Aktion ständen unterschiedliche Gruppen wie Vereinsring, Gewerbeverein, Ortsbeirat und Gastronomen nun permanent in Kontakt. Schon das allein sei ein Erfolg. So viele hätten noch nie gemeinsam in einem Boot gesessen. Auch die Anwohner kämen ins Gespräch. Nun sollen noch die Hauseigentümer an Bord geholt werden.

Mehr Infos unter www.frankfurt-berger-strasse.de/lust-auf-leben/.

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