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Bombenfund in Frankfurt So soll die Evakuierung ablaufen

Nach dem Bombenfund steht Frankfurt vor der größten Evakuierung der Bundesrepublik. Auch in Krankenhäusern, Polizeipräsidium und Hessischem Rundfunk gilt Hausverbot.

Bombenfund
Polizisten bewachen die Baustelle am Uni-Gelände im Westend, über der Bombe steht ein blaues Zelt. Foto: Monika Müller

Nach dem Fund einer riesigen Luftmine im Frankfurter Westend steht der Stadt die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik bevor. Mehr als 60.000 Menschen im Westend, Bockenheim, Dornbusch, Ginnheim und der Innenstadt müssen am Sonntag ihre Wohnungen und Häuser aus Sicherheitsgründen verlassen.

Die Bombe mit 1400 Kilo Sprengstoff mache einen Sicherheitsradius von 1,5 Kilometern notwendig. Ordnungsdezernent Markus Frank bat vor der großen logistischen Herausforderung schon mal um Verständnis. „Wir benötigen die Hilfe der Bevölkerung“, sagte Frank am Donnerstag in den Räumlichkeiten der Feuerwehr, wo die geplante Evakuierung der Öffentlichkeit erklärt wurde.

Krankenhäuser werden geräumt 

Während die Bürger ihre Planungen für den Sonntag noch verhältnismäßig leicht ändern können, sind andere härter betroffen. Denn auch zwei Krankenhäuser, 20 Altenheime, das Polizeipräsidium und der Hessische Rundfunk müssen räumen. Dazu wird am Sonntag zwischen acht und 20 Uhr kaum eine U-Bahn fahrplanmäßig verkehren, der Palmengarten und der Hauptfriedhof bleiben geschlossen und manche gesperrte Straße wie etwa die A66 im Bereich der Miquelallee wird gesperrt sein.

Rund 2000 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Hilfsdiensten werden die Evakuierungsmaßnahmen am Sonntag begleiten. Frank wies darauf hin, dass es keinen Ermessensspielraum gebe und niemand auf eigene Verantwortung in seiner Wohnung bleiben dürfe. „Die betroffene Fläche muss menschenleer sein“, betonte Frank. Die Evakuierungsvorkehrungen sollen am Sonntag um sechs Uhr beginnen und bis acht Uhr abgeschlossen sein.

Die Feuerwehr hat einen Planungsstab eingerichtet, der sich vor allem mit drei großen Themenkomplexen befasst: Unterbringung, Transport und Kommunikation. Die Feuerwehr rechnet damit, dass zehn Prozent, also 6000 bis 6500 Menschen kein Ausweichquartier haben werden. Diese Bürger können in einer von zwei Messehallen, in der Ballsporthalle, der Jahrhunderthalle oder kleineren Turnhallen und Bürgerhäusern unterkommen. „Da haben wir mehr Kapazität als benötigt wird“, sagte Feuerwehr-Sprecher Markus Röck.

Anspruchvoller werde der Transport. Viele Unternehmen, wie etwa die VGF und die FES hätten bereits ihre Hilfe angeboten. Bis acht Uhr soll die Evakuierungszone leer sein.

Dann beginnt die Polizei damit nachzuschauen, ob wirklich alle Gebäude leer sind. Für diese „Nachschau“, wie sie Polizeipräsident Gerhard Bereswill nennt, seien vier Stunden eingeplant. Den ganzen Vormittag also wird die Polizei die Evakuierungszone durchkämmen.

Dabei sollen auch Hubschrauber eingesetzt werden. Gegen zwölf Uhr soll dann die Entschärfung der Bombe selbst beginnen. Auch hierfür sind vier Stunden eingeplant. Bevor die Bürger wieder in ihre Häuser dürfen, werden zuerst alte und schwache Menschen wieder in ihre Altenheime, Krankenhäuser oder Wohnungen gebracht.

Die größte Herausforderung sieht die Feuerwehr derzeit in der Kommunikation. Im Internet und den sozialen Kanälen seien alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Zudem ist ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 069 / 212-111 rund um die Uhr besetzt. Dort können sich auch Anwohner informieren, ob sie betroffen sind. Mit Radiodurchsagen und Lautsprecherwagen sollen zusätzlich Menschen erreicht werden - vor der Räumung und vor allem nach der Entwarnung.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Bombe - Evakuierung in Frankfurt

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