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Bombenentschärfung in Frankfurt „Wir werden jede Klingel betätigen“

Vor der Entschärfung der Bombe müssen alle Anwohner die Sperrzone verlassen. Wer sich weigert, muss mit polizeilichen Maßnahmen rechnen.

Bombenfund in Frankfurt
Die Polizei wird die Sperrzone am Sonntag zuletzt verlassen, nachdem sicher ist, dass sich dort niemand mehr aufhält. Foto: dpa

Die Ordnungskräfte wollen die notwendige Evakuierung für die Bombenentschärfung mit aller Entschlossenheit angehen. „Wir haben eine ernste Situation und unser Zeitplan ist sportlich“, sagte der Frankfurter Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) am Freitag.

Die Verantwortlichen der Stadt hatten eigens eine weitere Pressekonferenz anberaumt, um auf den Ernst der Lage hinzuweisen. Anlass dafür waren die Reaktionen verschiedener Betroffener in der Sperrzone, die am Bürgertelefon geäußert hatten, sie würden ihre Wohnungen nicht verlassen, da sie sich sicher fühlen würden. „Für den Erfolg unserer Mission wäre das fatal“, warb Frank um Verständnis.

Die Stadt Frankfurt hatte am Donnerstag eine Allgemeinverfügung zur Evakuierung erlassen, um sich rechtlich abzusichern und den Ordnungskräften eine Handhabe zu geben. In der Verfügung steht, dass der Aufenthalt in der Sperrzone verboten ist. Als Ausweichräumlichkeiten werden darin die Messehalle 1, Räume 1.1 und 1.2, genannt, die über den Eingang City erreichbar sein sollen. Bei Nichtbeachtung des verfügten Betretungs- und Aufenthaltsverbotes „wird die Durchsetzung mittels unmittelbaren Zwanges angedroht“, heißt es in der Verfügung weiter. Gegen diesen Verwaltungsakt ist zwar ein Widerspruch möglich, allerdings haben dieser Widerspruch oder etwaige Anfechtungsklagen keine aufschiebende Wirkung.

Der verantwortliche Polizeiführer für die Aktion am Sonntag, Thomas Seidel, trat gestern fast schon mit grimmiger Entschlossenheit auf. „Wenn wir Anhaltspunkte dafür haben, dass jemand in der Wohnung drin ist, gehen wir rein.“ Was mit renitenten Personen passiere, sei „eine Einzelfallentscheidung“. Im Zweifel würden unbelehrbare Menschen auch in Gewahrsam genommen, betonte Seidel.

Auf Personen, die die Sperrzone nicht freiwillig räumen, könnten auch finanzielle Forderungen zukommen. „Wer den Zug aufhält, bezahlt ihn auch“, drohte Frank.

Vor allem für die Anmietung der Hallen und für die Verlegung der Patienten in andere Krankenhäuser würde eine Verzögerung des Ablaufplans immense Kosten bedeuten. Angst vor Einbrüchen oder gar Plünderungen seien kein Argument, betonte Polizeiführer Seidel.

Der Objektschutz in der Sperrzone werde bereits ab Samstagabend verstärkt, die Polizisten würden die Zone am Sonntag als letzte verlassen und aus dem Areal „raussickern“ und in großer Zahl am Rande des Sperrgebiets absichern, damit niemand die verbotene Zone betrete. Einsatzleiter Seidel betonte noch mal wie gründlich die Nachschau sein wird: „Wir werden jede Klingel in dem Gebiet betätigen.“

Der Leiter des ärztlichen Rettungsdienstes, Leo Latasch, wies darauf hin, welche Härte die Evakuierung für die beiden Krankenhäuser darstelle. „Wir haben gekämpft wie die Löwen“, so Latasch. Gleichwohl würden die Krankenhäuser schon bis Samstagabend evakuiert, obwohl sie auch nur am Rand der Sperrzone liegen.

Von den Einschränkungen wird im Übrigen auch der Fernverkehr betroffen sein. So ist die Rastanlage Taunusblick an der A5 bereits seit Freitagabend 22 Uhr gesperrt. Die Polizei richtet dort eine Sammelstelle für ihre Einsatzkräfte ein.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Bombe - Evakuierung in Frankfurt

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