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Bombe in Frankfurt Die Evakuierung im Minutenprotokoll

58. Update Arbeit am Sprengsatz in Frankfurt schwieriger als gedacht +++ Die meisten Anwohner verlassen ihr Viertel am frühen Morgen +++ Einige stellen sich quer und verzögern die Entschärfung +++ Kostenlose Freizeit-Angebote gut nachgefragt +++ Der dramatische Sonntag im Überblick.

Bombe in Frankfurt
René Bennert, Dieter Schwetzler und das "besiegte Biest". Foto: afp

Eine Weltkriegsbombe hält am Sonntag viele Frankfurter in Atem. Rund 60.000 Menschen müssen die Gefahrenzone rund um den Fundort verlassen. Menschen, die ihre Wohnungen im Sperrgebiet nicht räumen wollen, verzögern den Beginn der Entschärfung. Kurz nach 21 Uhr wird schließlich die Bombe abtransportiert. 

3 Uhr: Alle Straßen sind wieder für den Verkehr freigegeben. Auch die A66 bis zur Miquelallee ist wieder normal befahrbar. Pendler können wie gewohnt in die Frankfurter Innenstadt fahren. 

21.19 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass alle Verkehrssperrungen aufgehoben sind. Die Ausnahme ist die /A66.

21.10 Uhr: Die Linien der RMV nehmen den Betrieb wieder auf.

21.05 Uhr: Die Luftmine wird abtransportiert.

20.29 Uhr: Die Menschen strömen mit Sack und Pack, Kind und Kegel zurück in ihre Wohnungen. Das rhythmische Klackern der Trolleys ist überall zu hören. Immer weitere Straßensperren werden auch für Autos aufgehoben. Alle sind froh, nun nach Hause zu können. "Es war schon etwas nervenaufreibend", sagt Anwohner Kai Schumann. Das verspätete Einsetzen der Entschärfung, das Warten auf Entwarnung, die Stunden in Park, Café und Museum. "Aber alles ist gut gegangen, das ist die Hauptsache."

20.25 Uhr: Die Arbeit der Einsatzkräfte bei der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Frankfurt hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als „großartige Leistung“ gewürdigt. Es sei der Professionalität aller Beteiligten zu verdanken, dass die Evakuierung erfolgreich verlaufen sei, sagte der Regierungschef am Sonntag in Wiesbaden.

20.02 Uhr: In der Lenaustraße, an der östlichen Grenze des Sperrgebiets, staut sich der Verkehr. Autofahrer warten an den Querstraßen, dass die Sperren abgebaut werden. "Man kann doch Anwohnern jetzt nicht verbieten, nach Hause zu fahren, nur weil es noch Krankentransporte gibt", ärgert sich einer. Die anderen haben mehr Verständnis und sind geduldiger. Mofafahrer steigen kurzerhand ab und schieben ihr Fahrzeug in die Sperrzone.

19.53 Uhr: Dieter Schwetzler: "Das Besondere war, dass die Bombe mit drei Zündern versehen war. Die Detonatoten, die gezogen werden mussten, sind höchst explosiv. Die Wasserstrahlschneidanlage haben wir zum Glück nicht einsetzen müssen. Es hat sehr gut geklappt. Wir hatten die Situation die ganze Zeit im Griff. Gezweifelt haben wir daran nie. Das Team hat hervorragend funktioniert. Jeder Handgriff hat gesessen. Die Erleichterung ist größer als groß." René Bennert: "Ich habe sehr oft an meine Familie gedacht und mit ihr kommuniziert."

19. 51 Uhr: Auf der Mendelssohnstraße steht bereits eine Schlange Autos vor der Absperrung. Doch Autofahrer müssen noch warten. Dahinter im Sperrbezirk sind bisher wenige Fußgänger und Radfahrer unterwegs. Noch gleicht die Stadt im Inneren des Evakuierungsbereichs einer Geisterstadt. "Paradiesische Zustände für Radfahrer", ruft ein Mann, der die leere Bockenheimer Landstraße entlang fährt.

19:45 Uhr: Die Bombe ist inzwischen gesichert und auf einem Lastwagen verladen. Sie kommt jetzt in einen Zersägebetrieb nach Niedersachen, wo sie zersägt und der Sprengstoff anschließend verbrannt wird.

19.20 Uhr: Die Polizei meldet, dass für ÖPNV, Fußgänger und Radfahrer der Sperrbereich ab sofort wieder frei ist. Autofahrer werden noch um Geduld gebeten.

19.01 Uhr: Polizeipräsident Beresweil zu den aktuellen Zahlen zum heutigen Polizeieinsatz: 298 Platzverweise, 36 Identitätsfeststellungen, 26 Transporte durch Polizei, 19 Wohnungsöffnungen, 5 Ingewahrsamnahmen.

18.35 Uhr: Laut Polizeipräsident Bereswill muss der Kampfmittelräumdienst die Bombe noch nachsichten, ehe sie transportsicher gemacht werden könne. Die Nachschau wie die Verladung auf einen Lastwagen dauere jeweils um die 30 Minuten. "Erst dann werden wir weiteres veranlassen." OB Peter Feldmann lobt die gesamte Aktion als großen Erfolg. "Die Stadt ist heute ein Stück weit zusammengerückt." Ordnungsdezernt Frank lobt die mehr als 1100 ehrenamtlichen Helfer. "Das war eine gute Zusammenarbeit." Er hofft nun, dass die Menschen ab 20 Uhr in ihre Häuser zurückkehren können.

18.33 Uhr: Die Polizei verkündet: Die Bombe ist offiziell entschärft.

18.28 Uhr: Sabine Ossmann, Anwohnerin des Sperrgebiets, harrt mit Mutter und Sohn bei ihrem Bruder im Nordend aus. „Es ist langsam anstrengend, das zieht sich gerade wie Kaugummi“, sagt sie. Man informiere sich über den Fortgang der Entschärfung in Fernsehen und Internet, ab und an gehe man mit dem Hund raus. „Auf den Straßen ist es voll, viele wissen langsam nicht mehr, was sie tun sollen.“ Schließlich seien einige seit dem Morgengrauen in der Stadt unterwegs und nach drei Museumsbesuchen sei dann langsam die Luft raus. Für die Nacht hat sie nichts eingepackt. Sie vertraut noch darauf, dass sie bald in die Wohnung zurück kann. „Die Entschärfer, die rocken das schon.“ Sie und ihre Familie würden nun die Wartezeit nutzen, um den nächsten Urlaub zu planen. 

18.24 Uhr: Die Polizei Frankfurt warnt auf Twitter: "Später müssen die 3 Sprengkapseln vor Ort gesprengt werden. Daher werden Knalle zu vernehmen sein."

18.22 Uhr: "Die Hauptgefahr ist gebannt", sagt Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). "Die Bombe muss aber noch transportsicher gemacht werden." Bis vollständige Entwarnung gegeben werden kann, dauere es noch ein wenig.

18.15 Uhr: Die zwei verbliebenen Sprengkapseln konnten entfernt werden. Die Bombe wird jetzt auf Anomalien untersucht.

18.07 Uhr: Die von der Evakuierung betroffenen Menschen müssen sich länger gedulden als erhofft. Bedingt durch die Verzögerungen beim Sichern des Sperrgebiets hofft Feuerwehrchef Ries nun, dass alle Menschen bis Mitternacht in ihren heimischen Betten liegen können. "Wenn wir das schaffen, sind wir sehr stolz", sagt er. Die Rückführung der Patienten und Bewohner von Kliniken und Altenheimen werde bereits vorbereitet. Gegen 20 Uhr sollen nach jetzigem Stand erste Transporte stattfinden. Damit könnten Alte und Kranke noch im Hellen oder in der Dämmerung zurück sein. Womöglich ab 21 Uhr soll der Individualverkehr wieder freigegeben werden. Dann können Menschen in ihren Autos wieder das Sperrgebiet fahren. Fußgänger, Radfahrer und Bahnen dürfen bereits in die Zone, sobald der Kampfmittelräumdienst die Bombe transportsicher gemacht hat. Am längsten gesperrt sein wird die Anschlusstelle Miquelallee der A66. Der Bereich werde für Rettungsfahrzeuge benötigt. Er soll voraussichtlich gegen Mitternacht wieder freigegeben werden.

17.39 Uhr: Die Polizei betont nochmals über Twitter, dass die Evakuierung noch besteht: „Wir informieren,sobald die Evakuierung aufgehoben wird!“

17.22 Uhr: Inzwischen sind alle drei Zünder erfolgreich aus der Bombe entfernt worden. Bei zwei Zündern konnte der Kampfmittelräumdienst die Sprengkapseln aber nicht herausnehmen, wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill sagt. Deshalb müssen sie nun mit einer anderen Methode entfernt werden. Es sei eine genauso gefährliche Aktion wie das Entfernen der Zünder aus der Bombe. Gelingt den Experten das Entfernen der Sprengkapseln, muss die Luftmine noch transportsicher gemacht werden. "Dafür brauchen wir Zeit, die Absperrungen bleiben weiter aufrechterhalten", so Bereswill.  Feuerwehrchef Ries sagt: "Wir sind froh, dass wir vorwärts gekommen sind. Nach wie vor ist die Gefahr aber nicht gebannt."

17.15 Uhr: Nun konnte laut Polizei der dritte Zünder entfernt werden. An der Entfernung der Sprengkapsel werde weiterhin gearbeitet und die Gefahr sei noch nicht gebannt.

17.07 Uhr: Die Polizei Frankfurt meldet, dass der zweite Zünder erfolgreich entfernt wurde. Die Sprengkapsel jedoch noch nicht. Die Situation bleibe gefährlich.

16.30 Uhr: Noch immer ist der zweite Zünder nicht entfernt. Feuerwehrchef Ries betont ausdrücklich, dass die Arbeit noch nicht getan ist, falls danach auch der dritte und letzte Zünder erfolgreich herausgedreht werden sollte. Erst muss die Bombe noch gesichert werden. Danach müssen Alte und Kranke zurückverlegt werden. Das könnte zusammengenommen auch nochmal zwei Stunden dauern.

16.30 Uhr: Obwohl die Entschärfung der Bombe erst zweieinhalb Stunden später als geplant beginnen konnte, ist Polizeichef Bereswill zuversichtlich, dass der ursprüngliche Zeitplan noch eingehalten werden kann, wenn es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Die gesperrten Straßen könnten dann gegen 20 Uhr wieder für Autofahrer freigegeben werden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Bombe - Evakuierung in Frankfurt

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