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Bockenheim Widerstand gegen Spielverbot

Das Grünflächenamt will das Rollhockey-Spielen an der Zeppelinallee verbieten. Die Hockey Community hofft nun auf einen Antrag der CDU, durch den Alternativen zum Verbot gefunden werden sollen.

Müssen sich künftig eine andere Fläche zum Spielen suchen. Foto: Privat

Seit zehn Jahren trifft sich Markus Weil mit seinen Sportkollegen zum Rollhockey an der Zeppelinallee. Weil gehört quasi zu den Gründungsmitgliedern der Hockey Community, die sich vor allem sonntags auf der Rollschuhbahn unweit der Frauenfriedenskirche treffen. „Inzwischen sind wir etwa 20 Leute im Alter wischen 16 und 60.“ Seit einigen Wochen betreut Weil darüber hinaus eine Kindermannschaft, die Sonntag vormittags dort spielt. Doch damit soll nun Schluss sein.

Da ein Bürger von einem Puck am Kopf getroffen wurde, darf auf der Anlage künftig nicht mehr Hockey gespielt werden (die FR berichtete). Der Verletzte verklagte das Grünflächenamt, das Schmerzensgeld zahlen muss. „Wenn wir den Sicherheitsanforderungen auf Dauer nicht genügen können, ist Rollhockey-Spielen dort leider nicht mehr möglich“, sagte Amtsleiter Stephan Heldmann.

Eigentlich müssten beim Rollhockey Netze hinter den Toren angebracht werden. Aus Denkmalschutzgründen ist das an der Zeppelinallee jedoch nicht möglich. Dieser Tage werden Mitarbeiter des Grünflächenamtes daher am Rollschuhplatz Schilder aufstellen, die das Rollhockey-Spielen untersagen, und die Bande abmontieren.

Markus Weil und seine Teamkollegen wollen das Verbot der Stadt nicht akzeptieren. „Es ist der erste Vorfall dieser Art seit zehn Jahren.“ Weil ist überzeugt, dass man den Platz für einen überschaubaren Betrag ertüchtigen und sichern könnte. „Ich verstehe nicht, warum das vom Tisch sein soll wegen eines einmaligen Vorfalls.“ Ein Verbotsschild aufzustellen, sei wohl die billigste Lösung.

Für die Kinder wäre es dramatisch

Leider gebe es in Frankfurt keine Alternativen, wenn man diese Sportart außerhalb eines Vereins ausüben möchte, sagt Sportler Weil. Er fände es sehr schade, wenn der Platz für sie nun verloren ginge. Gerade für die Kinder wäre es dramatisch, findet Weil.

Außerdem spielten diese mit einem weichen Ball, und nicht mit einem Puck der aus Hartgummi gefertigt wird. Das Grünflächenamt habe sich darüber hinaus noch nie mit ihnen unterhalten, bedauert Weil. Und schließlich seien sie es, die den Platz wöchentlich kehrten und von Scherben befreiten, damit die Kinder dort gefahrlos spielen könnten.

Weil hat sich nun an den zuständigen Ortsbeirat 2 und an die Kinderbeauftragte des Viertels gewandt und hofft auf Unterstützung. Ein Antrag der CDU beschäftigte sich in der Sitzung des Gremiums am Montagabend mit dem Thema. Darin fragte die Fraktion unter anderem, ob es die Möglichkeit gibt, bestehende Sportanlagen für Rollhockey zu nutzen. Auch die Kinderbeauftragte Annette Passarge hat Weil auf seiner Seite. „Es wäre sehr schade, wenn die Kinder dort nicht mehr spielen könnten“, sagt sie. Denn es könnten sich ja nicht alle Eltern einen Verein leisten oder hätten die Zeit, ihre Kinder herum zu fahren. Auch sie würde gerne von der Stadt wissen, ob es nicht eine andere Lösung gibt.

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