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Bockenheim Spielplatz der Nachwuchsgärtner

Den Auszubildenden des Frankfurter Grünflächenamts in ihren grünen Jacken und schwarzen Stiefeln macht das Laubfegen im kaltnassen Schneeregen auf dem Kurfürstenplatz nichts aus. Sie haben das Areal zwischen Mai und Oktober selbst saniert.

Larissa Fehling (links) und Annika Leißner bei der Arbeit. Foto: christoph boeckheler*

Unsere Azubis müssen wetterfest sein“, sagt Thomas Diekmann vom Frankfurter Grünflächenamt über seine Nachwuchs-Gärtner. Und den Auszubildenden in ihren grünen Jacken und schwarzen Stiefeln macht das Laubfegen im kaltnassen Schneeregen auf dem Kurfürstenplatz nichts aus. Stolz kehren die Männer und Frauen den Spielplatz, den sie zwischen Mai und Oktober selbst umgebaut haben.

Wo vorher nur eine Wippe, ein Spielturm und eine Rutsche auf einer Fallschutzfläche stand, haben die Nachwuchs-Gärtner etwa einen Sandkasten gebaut, einen Zaun und verschiedene Spielgeräte aufgestellt sowie eine Hecke gepflanzt.

Angestoßen hat die Bockenheimer Kinderbeauftragte Annette Passarge das Projekt. „Zwei Jahre haben wir dafür gekämpft, dass der Spielplatz aufgehübscht und saniert wird.“ Dabei habe sie besonders an die Kita gedacht, die seit 2013 vom Sozialrathaus Rohmerplatz in Container auf dem Kurfürstenplatz ausgelagert ist. „Im Sommer können sie alles hier vernünftig benutzen“, freut sich Passarge.

Der sanierte 600 Quadratmeter große Spielplatz ist für Kinder bis acht Jahre ausgelegt. Er ist umzäunt, mit einer Pendeltür abgeschlossen und somit vor Hunden geschützt. Für die Eltern gibt es zwei Bänke, außerdem Platz zum Ballspielen. Auf die Beine gestellt haben das alles die 19 Azubis des Grünflächenamts. Julian Kaspar (31) ist im ersten Lehrjahr und freut sich, die Früchte seiner Arbeit zu sehen. „Es verstärkt den persönlichen Bezug zur Stadt, wenn man rumläuft und sieht, was man selbst gemacht hat.“ Die Baustelle sei sehr interessant gewesen, erzählt er. „Wir haben einen guten Überblick über alle gängigen Arbeiten gewonnen.“ Die Azubis aus dem ersten, zweiten und dritten Lehrjahr haben pro Jahr 20 bis 30 eigene Projekte. Am Spielplatz-Umbau haben sie fast sechs Monate gearbeitet.

Das Grünflächenamt schreibt jährlich sechs Ausbildungsplätze aus. Es wird jedoch immer schwerer, sie zu besetzen. „Der Beruf scheint nicht mehr in Mode zu sein“, glaubt Ausbilderin Barbara Globig. Larissa Fehling (19) ist eine der aktuell fünf weiblichen Lehrlingen. Sie mag ihren Job: „Ich könnte nicht die ganze Zeit im Büro sitzen.“

Weil die Sanierung von Azubis gemacht wurde, war sie für den Stadtteil günstig. Nur 15 000 Euro hat der Ortsbeirat 2 zahlen müssen. Hätte die Stadt eine Firma beauftragt, wäre es dreimal so teuer gewesen, so Diekmann. Nun habe es sogar noch für eine neue Tischtennisplatte gereicht. Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) freut sich, dass in Bockenheim etwas für Kinder und Jugendliche geschehen ist. „Es steht schon seit längerem zur Diskussion, was mit dem Kurfürstenplatz passieren soll.“ Die Sanierung sei nun ein erster Schritt.

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