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Bockenheim Die FDP radelt die Gefahrenpunkte ab

Der Radweg an der Bockenheimer Landstraße missfällt den Liberalen ebenso wie die Westbahnhof-Unterführung. Die FDP will deswegen einen Antrag in den Ortsbeirat einbringen.

Der Durchgang unter dem Westbahnhof ist für Radler wie auch Eltern mit Kinderwagen ein Ärgernis. Foto: Christoph Boeckheler

Ist die FDP eine Autofahrerpartei? „Nein“, sagt Günter Pelke, Fraktionsvorsitzender der Partei im Ortsbeirat 2. In Großstädten könne man das über die FDP nicht behaupten. In Frankfurt kämen jedes Jahr etwa 15 000 Einwohner hinzu, da müsse auch die Infrastruktur für Radfahrer ausgebaut werden, betont er.

Mit seinem Fahrrad steht Pelke an der Bockenheimer Warte. Zusammen mit seiner Fraktionskollegin Maria-Christina Nimmerfroh hat er für diesen Mittwochabend zur öffentlichen Fraktionssitzung auf dem Fahrrad eingeladen. Bei ihrer Radtour wollen sie darauf hinweisen, an welchen Stellen im Ortsbezirk die Infrastruktur für Radfahrer verbessert werden kann.

Die Bockenheimer Landstraße ist so ein Ort mit Verbesserungspotenzial, da ist sich die FDP-Fraktion des Ortsbeirats mit dem ADFC einig. Der dortige Radweg ist zur Autofahrbahn mit einem Bordstein begrenzt, auf der anderen Seite befindet sich der Grünstreifen. Daher können sich Radfahrer dort kaum überholen. Das Absenken des Radwegs auf Straßenniveau könne eine Lösung sein, sagt Pelke, dann müsse man dort aber auch über Tempo 30 für den  Autoverkehr nachdenken. Das sei eigentlich nicht die Position seiner Partei, räumt er ein. Anders als etwa SPD oder Grüne, ist die FDP in Frankfurt gegen Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen.

Um die Situation für die Radfahrer auf der Bockenheimer Landstraße kurzfristig zu verbessern, fordert der ADFC seit längerem, dort die Benutzungspflicht für den Radweg aufzuheben – und bekam dabei Unterstützung aus dem Ortsbeirat 2, der einen entsprechenden Antrag an den Magistrat stellte. Der Leiter des Radfahrbüros, Joachim Hochstein, kündigt an, dass die Benutzungspflicht im kommenden Herbst aufgehoben werde. Außerdem berate eine Arbeitsgruppe der Stadt, ob die Bockenheimer Landstraße neu aufgeteilt werden könne.

Pelkes Fraktionskollegin Nimmerfroh weist an der Bockenheimer Warte darauf hin, dass an der Bushaltestelle neben dem Eingang des Rewe-Supermarktes oft wartende Menschen den Radweg blockierten, weil der Wartebereich nicht groß genug sei, dann fährt sie vor zum Westbahnhof.

Nicht genug Fahrradstellplätze; der Durchgang unter dem Bahnhof zur City West ist nicht barrierefrei. Das sind die Kritikpunkte der FDP am Westbahnhof. Die Deutsche Bahn teilt auf Nachfrage mit, dass man dabei sei, den barrierefreien Umbau des Bahnhofs zu planen. Nach derzeitigem Stand wird die Bahn mit den Bauarbeiten allerdings frühestens Ende 2019 beginnen. Die Stadt, sagt Hochstein, werde zusätzliche Fahrradbügel am Westbahnhof aufstellen. „Der Plan ist, dass sie noch in diesem Jahr kommen.“

Nur wenige hundert Meter weiter an der Voltastraße: Die Radgruppe, ohne Journalisten vier FDP-Mitglieder, hält unter der Bahnbrücke. Nimmerfroh erläutert ein dortiges Problem für die Radfahrer. Wer von der Robert-Mayer-Straße weiter über die Voltastraße in die City West fahren wolle, müsse den Gehweg benutzen.

Ein Problem, das auch Bertram Giebeler,  verkehrspolitischer Sprecher beim ADFC, bekannt ist. Man komme als Radfahrer von der Robert-Mayer-Straße „nicht legal“ in die Voltastraße, bestätigt er, ein Umbau sei erforderlich. Auch darauf weise der ADFC schon länger hin. Dem Radfahrbüro ist das Problem ebenfalls bekannt. Laut Hochstein gebe es aber noch keine konkrete Planung zur Verbesserung.

Die FDP will in den kommenden Wochen einen Antrag in den Ortsbeirat einbringen, um auf alle bei der Radtour erkannten Missstände hinzuweisen. Die FDP, eine Radfahrerpartei? „Nein“, sagt Pelke bestimmt. Seine Partei trete „für ein Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer“ ein.

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