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Bildungsstätte Anne Frank Vertrauensvorschuss für bewährten Träger

Der Chef der Grünen-Landtagsfraktion besucht die Bildungsstätte Anne Frank. Dort wird an einer neuen Dauerausstellung gearbeitet.

JugendBegegnungsStätte Anne Frank
Die Ausstellung "Anne Frank - Ein Mädchen aus Deutschland" in der JugendBegegnungsStätte Anne Frank. Foto: Michael Schick

Bei allem Guten, das man über die Bildungsstätte Anne Frank sagen kann: Besonders zentral liegt sie nicht. Das ehemalige Haus der Jugend, in dem die Bildungsstätte seit mehr als 20 Jahren ihren Sitz hat, liegt etwas versteckt zwischen neuen und alten Siedlungsbauten, ausgerechnet am Pfadfinderweg - auch wenn die Anschrift eine andere ist.

Mathias Wagner hat gestern dennoch den Weg aus Wiesbaden zur Bildungsstätte gefunden. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im hessischen Landtag will sich selbst ein Bild vom Bildungszentrum machen, dessen Arbeit zu gut einem Drittel aus Landesmitteln finanziert wird. So lautet zumindest die offizielle Begründung. Tatsächlich aber ist die Visite auch ein Vertrauensbeweis.

„Die Bildungsstätte genießt unser Vertrauen und hat dieses Vertrauen auch gerechtfertigt“, betont Wagner. Ob er damit auch für seinen christdemokratischen Koalitionspartner spricht, ist unklar. Ende vorigen Jahres nämlich geriet die Bildungsstätte wegen vermeintlicher Nähe zu sogenannten Linksextremisten selbst in die Kritik. Als „nahezu ein Absurdum“, bezeichnet Meron Mendel solche Vorwürfe. Im gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima, seien sie aber auch erwartbar gewesen.

Ins Blickfeld geraten war die Bildungsstätte während der Debatte um die sogenannte Extremismusklausel und mögliche Sicherheitsüberprüfungen bei Mitarbeitern von staatlich geförderten Demokratieprojekten. Dem hessischen Innenministerium hatte vorgeschwebt, alle Mitarbeiter solcher Projekte überprüfen zu lassen. Die Träger sprachen daraufhin von einem „Misstrauensbeweis“. Inzwischen ist diese Durchleuchtung wohl vom Tisch, wie Wagner betont – zumindest für bereits bestehende Projekte. „Einen Generalverdacht gegenüber bewährten Trägern kann es nicht geben“, sagt Wagner. Am 8. Februar wird darüber der Innenausschuss des Landtages beraten.

Derweil will sich die Bildungsstätte wieder stärker auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, mit der sie eigenen Angaben zufolge mehr als 35 000 Jugendliche und Erwachsene erreicht. Ein Schwerpunkt im laufenden Jahr ist die Neukonzeption der Anne-Frank-Ausstellung, an der bereits seit drei Jahren gearbeitet wird.

„Anne Frank. Morgen mehr“, wird der Titel sein. Mendel verspricht neue pädagogische Ansätze, die stark auf Interaktivität setzen. Dabei will die Bildungsstätte unter anderem auf Konzepte des „Serious Gamings“ zurückgreifen – also Computerspiel mit edukativem Anspruch.

Eröffnet werden soll die neue Dauerausstellung am 12. Juni – dem Tag, an dem die von den Nazis ermordete Anne Frank ihren 89. Geburtstag gefeiert hätte.

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