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Bilanz der Evakuierung in Frankfurt Räumungsverweigerern drohen harte Strafen

Die Bilanz der Evakuierung in Frankfurt ist fast durchweg positiv - nur für fünf Personen, die sich den Aufforderungen von Stadt und Polizei widersetzten, dürfte es teuer werden.

Bombenentschärfung in Frankfurt
Eine Anwohnerin in der Gefahrenzone verlässt ihre Wohnung erst nach massivem Polizeieinsatz. Foto: dpa

„Müde, aber erleichtert“, fühlt sich Jörg Bannach vom Ordnungsamt nach der erfolgreichen Bombenentschärfung am Sonntag. Auch die Einsatzleitungen von Polizei  und Feuerwehr sind mit dem Verlauf der größten Evakuierung in der deutschen Nachkriegsgeschichte zufrieden. „Einen großen Dank an die Frankfurter Bürger für ihr besonnenes Verhalten“, zollt Polizeipräsident Walter Seubert den rund 60.000 Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten.

Doch nicht alle waren am Sonntagvormittag einsichtig, dass sie die Sperrzone verlassen mussten, bevor mit der Entschärfung der Luftmine begonnen werden konnte: Die Polizeibeamten mussten 298 Platzverweise aussprechen – sie galten hauptsächlich Personen, die sich nach 8 Uhr immer noch in der Evakuierungszone aufhielten. Sie mussten das Areal unverzüglich verlassen. Da sich nicht alle Menschen kooperativ verhielten, wurden bei 36 Anwohnern die Personalien festgestellt.

Doch selbst dann kamen noch nicht alle der Aufforderung, die Gefahrenzone zu verlassen, freiwillig nach. Fünf Personen mussten in Gewahrsam genommen werden, berichtet der Polizeipräsident. Demnach hatten es die Beamten unter anderem mit einer Person zu tun, die zu „psychischen Auffälligkeiten“ neige, einer Person, die von Rettungskräften in der Gefahrenzone angetroffen wurde und ihre Wohnung partout nicht verlassen wollte, einem Mann, der sich vor der Polizei verstecken wollte sowie mit zwei Personen, die plötzlich in unmittelbarer Nähe der Bombe aufgetaucht seien.

Die Betroffenen werden wohl mit juristischen Konsequenzen zu rechnen haben. Sie hätten sich über eine Verfügung der Stadt Frankfurt hinweggesetzt und eine Störung der Maßnahme herbeigeführt, so Seubert weiter. Ob sie auch Widerstand gegen die Polizeibeamten geleistet hätten, muss im Einzelfall geprüft werden. Gegen alle fünf Personen ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. „Durch ihr Verhalten sind zusätzliche Kosten entstanden, da sich der Einsatz um rund zweieinhalb Stunden verzögert hat“, sagt Seubert. Es werde derzeit geprüft, ob die zusätzlichen Kosten für den verlängerten Einsatz der rund 1000 Polizeibeamten sowie der zahlreichen Dienstfahrzeuge den Betroffenen in Rechnung gestellt werde.

Doch abgesehen von diesen wenigen Uneinsichtigen sind die Verantwortlichen mit dem Einsatz vom Sonntag hochzufrieden. Die vielen Einsatzkräfte, freiwilligen Helfer, Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen, aber vor allem auch die Frankfurter Bürger – ob sie in der evakuierten Zone leben oder aber sich für die evakuierten Menschen eingesetzt haben – haben zum Erfolg der Evakuierung beigetragen.

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