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BGH-Urteil Rennbahn-Gelände darf geräumt werden

Der Bundesgerichtshof hat im Sinne der Stadt entschieden: Damit darf das riesige Areal geräumt werden. Der Rennklub will dennoch weiterkämpfen.

Rennbahngelände in Frankfurt
Das Gelände der ehemaligen Rennbahn in Frankfurt. Foto: Peter Jülich

Die Erleichterung ist groß im Frankfurter Römer. Im Kampf um die Zukunft der alten Galopprennbahn hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe im Sinne der Stadt entschieden. Der Zwölfte Senat des BGH lehnte den Eilantrag des Rennklubs Frankfurt ab, die Räumung des Geländes in Niederrad aufzuschieben.

Damit darf eine Obergerichtsvollzieherin am heutigen Donnerstagmorgen wie geplant das riesige Areal an der Schwarzwaldstraße räumen. Der Vizepräsident des Rennklubs, Carl-Philip zu Solms-Wildenfels, kündigte gestern in den Räumen des BGH in Karlsruhe an, der Widerstand solle dennoch fortgesetzt werden. „Wir werden das Bundesverfassungsgericht anrufen, der DFB ist mit seinen Bauplänen für eine Fußballakademie noch lange nicht durch“, sagte der Immobilienunternehmer im Gespräch mit der FR.

Verteidigen will der Rennklub weiter das sogenannte Quotenhaus, in dem früher die Wetten für die Pferderennen abgeschlossen wurden. Hier gibt es einen Rechtsstreit über die Räumung, der noch nicht entschieden ist. Tatsächlich hat die Obergerichtsvollzieherin dem Rennklub schriftlich bestätigt, dass das Quotenhaus heute nicht geräumt wird. Weiter besetzt halten will der Rennklub außerdem das „Sarotti-Häuschen“ auf dem Gelände, das die Mutter des Rennklub-Vizepräsidenten, die inzwischen 75-jährige Alexa zu Solms-Wildenfels, einst gebaut hatte. Es ist heute eine Art Erinnerungsstätte an die langjährige Tradition der Rennbahn, mit zahlreichen Fotografien und Zeitungsausschnitten ausstaffiert.

Der Vizepräsident des Rennklubs gratulierte dennoch aus Karlsruhe der Stadt schriftlich zu ihrem Erfolg. Er will heute die Schlüssel zum Gelände übergeben. Bau- und Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) lädt für den heutigen Donnerstagmorgen zu einer Pressekonferenz am Haupteingang des Areals ein. Schneider sprach von einem „großen Zwischenschritt“ für die Stadt, fügte aber hinzu: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“ Noch habe der Bundesgerichtshof nicht in der Hauptsache entschieden. Die Ablehnung des Eilantrags sei aber „ein sehr positives Signal“.

Die Stadt will jetzt so schnell wie möglich die Haupttribüne der Rennbahn abreißen lassen, um auch sichtbar Fakten zu schaffen. Dafür liegt bereits eine Abbruchgenehmigung der städtischen Bauaufsicht vor. Zum langjährigen Kampf um die Rennbahn sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der FR: „Es zeigt sich wieder, dass der Rechtsstaat ein zeitintensives Geschäft ist.“ Es habe sich gelohnt, durch alle Instanzen zu gehen. Schneider bedauerte aber zugleich, „dass einige wenige das Projekt DFB-Akademie so lange verzögern konnten“. Die zahlreichen langwierigen Gerichtsverfahren – insgesamt sind zehn Prozesse anhängig – stellten eine finanzielle Belastung dar. Bereits jetzt habe die Stadt einen hohen sechsstelligen Betrag ausgeben müssen.

Am Mittwochmorgen erreichte die positive Nachricht aus Karlsruhe auch Sportdezernent Markus Frank (CDU) in der Verbandskammer des Regionalverbands. Er reagierte erfreut: „Die Sportakademie ist für den Fußball so etwas wie die EZB für die Finanzwelt.“ Gut gelaunt wedelte Frank bei der Sitzung mit einem Fax aus Karlsruhe, das um 9.21 Uhr abgeschickt worden war. Auch die planungsrechtlichen Hürden sind überwunden: Die Kammer stimmte am Mittag der Änderung des Flächennutzungsplans für „DFB-Akademie – Südliche Niederräder Landstraße“ zu.

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