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Bergen-Enkheim Zwei Jahre weiter basteln

Eine Stiftergemeinschaft finanziert das Ursprung-Handwerksprojekt für Jugendliche. Motorische Fähigkeiten sollen nicht weiter verkümmern.

Felix Titzka hat das Ursprung-Projekt ins Leben gerufen. Foto: christoph boeckheler*

Die Finanzierung des Handwerk-Projekts „Ursprung“ für Jugendliche ist für weitere zwei Jahre gesichert. „Das ist eine super Sache“, sagt Initiator Felix Titzka. Ein Zusammenschluss mehrerer Stiftungen steuert das Geld bei, das haben die Vertreter kürzlich in der Handwerkskammer Frankfurt verkündet. Es soll auch eine Kooperation mit dem Projekt „Hand in Hand“ von der Handwerkskammer geben.

Titzka hat das Ursprungs-Projekt vor drei Jahren in einem ehemaligen Supermarkt am Atzelberg gestartet, 2015 ist er mit der Werkstatt in eine ehemalige Lagerhalle an der Borsigallee umgezogen. Gründe für die Unterstützung gebe es genug, findet er: „Handwerkliche und motorische Fähigkeiten gehen immer mehr verloren.“ Wenn Achtklässler von der Friedrich-Ebert-Gesamtschule und Schüler aus den Intea-Intensiv-Klassen der Wilhelm-Merton-Berufsschule erstmals in seine Werkstatt kämen, könnten sie häufig kaum den Platten an einem Fahrrad reparieren.

Das ändert sich schnell. Titzka beginnt mit einfachen Arbeitsaufträgen. So müssen die Schüler zu Beginn ein Holzstück mit ihrem Namen darauf fertigen, schleifen, lackieren und beschriften. Zwei bis drei Stunden benötigten sie dafür und hätten dann ein Erfolgserlebnis. „Sie sind stolz und wissen, das habe ich gemacht“, sagt Titzka. So vermeide er, dass seine Schützlinge sich überfordert fühlten.

„Ein schnelles Ergebnis hilft“, ergänzt Geschäftspartner Michael Wahl. Zuletzt haben die Jugendlichen der Intea-Klassen die Ursprungs-Werkstatt im Hinterhof renoviert. Sie haben Heizkörper lackiert, Decken und Wände gestrichen und den Boden neu verlegt. „Sie haben richtig rein gehauen und sich körperlich verausgabt“, sagt Titzka.

Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF-Bank-Stiftung lobt das Engagement Titzkas bei den Jugendlichen der Intensivklassen, deren primäres Ziel die Vermittlung grundlegender Deutschkenntnisse zum Übergang in eine Berufsausbildung ist. Mumme findet wichtig, „Seiteneinsteiger, neben sprachlicher Förderung, auf einen Weg beruflicher Orientierung zu bringen“. Es gebe immer weniger Möglichkeiten für Jugendliche mit Handwerk in Berührung zu kommen.

Das versucht das eingangs erwähnte Stiftungsnetzwerk zu ändern, indem es an Titzkas Projekt anknüpft. Beispielsweise durch das „Tellus“-Programm der Frankfurter Crespo-Foundation. Tandems aus Studierenden der Lehrämter und der Sozialarbeit betreuen dabei Schüler der Intea-Klassen in ihrem Schulalltag und begleiten sie auch in die Werkstatt von Felix Titzka.

Offener Nachmittag geplant

„Bei der intensiven Betreuung werden berufliche Perspektiven erarbeitet“, sagt Aslak Petersen, Geschäftsführer der Crespo-Foundation. Ab 1. Dezember wird es daneben mit „Werkraum+“, jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr einen „offenen Werkstattnachmittag“ geben, an dem Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren vorbeikommen und unter Anleitung Fahrräder reparieren und Seifenkisten, Lautsprecher oder Möbelstücke aus alten Materialien bauen können. Die Werkstatt ist im Hinterhof der Borsigallee 17H.

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