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Behinderte in Frankfurt Mit Sport Inklusion vorantreiben

Die neu gegründete Unternehmensgesellschaft „Impulse“ plant inklusive Fußballcamps und Schulangebote für Behinderte und Nicht-Behinderte in Frankfurt.

Fußball
Fußballspieler. (Symbolfoto) Foto: Monika Müller

Ein Teil der Kinder spielt sich die Fußbälle zu. Eine andere Gruppe dribbelt um aufgestellte Pylonen. Die Trainer am Rand sind zufrieden und klatschen in die Hände. Was kaum auffällt ist, dass einige Kinder ein Handicap haben. Doch das Spiel mit dem Ball funktioniert trotzdem. Noch ist die beschriebene Szene Zukunftsmusik, doch an Ostern 2019 soll das inklusive Fußballcamp in Frankfurt an den Start gehen. Um es zu realisieren, wurde extra die Unternehmensgesellschaft „Impulse“ gegründet.

Jürgen Medenbach ist einer von drei Gesellschaftern. Mit zwei anderen Geschäftsführern kümmert er sich um die Realisierung mehrerer inklusiver Projekte. Vor der Gründung der Gesellschaft im Herbst dieses Jahres hat sich Medenbach mit seinen Kollegen bereits beim SV Sachsenhausen engagiert. Dort stellten sie zwei Sondermannschaften auf die Beine, in denen Flüchtlinge mit psychisch Kranken und Menschen ohne Krankheiten und Migrationshintergrund kicken.

„Wir sind bei manchen Durchführungen an Grenzen gestoßen“, sagt Medenbach über den Schritt zur Gründung von „Impulse“. Bei Entscheidungen in Vereinen brauche es oft Abstimmungen in der Mitgliederversammlung oder das Votum des Vorsitzenden – häufig zeitraubende Vorgänge. Mit der neuen Gesellschaft sei man nun flexibler, um Projekte wie eben das Fußballcamp anzustoßen. „Wir kooperieren bei den Projekten trotzdem mit den Vereinen, können aber selbst Entscheidungen treffen.“ Somit soll die Zusammenarbeit mit dem SV Sachsenhausen und dem Frankfurter Turnverein weiter fortgesetzt werden.

Preisgeld als Startkapital

Doch nicht nur das Fußballcamp steht auf der Agenda der Unternehmensgesellschaft. Man frage zudem bei sozial-psychiatrischen Trägervereinen nach, ob man helfen könne. Auch Gespräche mit den Schulen wurden bereits initiiert, um zu schauen, ob Angebote im Ganztag möglich wären.

Dass über allem immer der Sport stehen soll, ist für Medenbach klar. „Sport hilft, das eigene Handicap zu vergessen.“ Der niedrigschwellige Zugang helfe auch Barrieren abzubauen, egal ob körperliche oder sprachliche. Letztendlich müssten auch Vorbehalte bei Menschen abgebaut werden, die nicht in einer Krankheits- oder Migrationssituation stecken.

Als finanzielles Startkapital haben die Gründer das Preisgeld des 2018 gewonnen Walter-Picard-Preises genommen. Mit diesem wurde das inklusive Fußballprojekt ausgezeichnet. Bei der weiteren Finanzierung hofft Medenbach auf Förderungen vom Frankfurter Sportamt und dem hessischen Innenministerium. Bei beiden sollen demnächst Anträge gestellt werden. Als letzte Option kämen vielleicht noch Beiträge von den Eltern der teilnehmenden Kinder in Frage.

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