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Bahnhofsviertel in Frankfurt Razzia für mehr Sicherheit in Frankfurt

2. UpdateFast 500 Polizisten sind im Rahmen einer großen Aktion im Frankfurter Bahnhofsviertel gegen Drogen- und Organisierte Kriminalität vorgegangen.

Polizei
Hunderte Polizisten sind im Frankfurter Bahnhofsviertel im Einsatz. Foto: dpa

Mit großem personellen Aufwand hat die Polizei am Donnerstagabend das Frankfurter Bahnhofsviertel durchsucht. An der Großrazzia waren 470 Beamte von Landes- und Bundespolizei beteiligt. Die Kontrollen zogen 27 Strafanzeigen nach sich, die meisten wegen Rauschgiftdelikten. Dazu konnten zwölf bestehende Haftbefehle vollstreckt werden, die meisten wegen Eigentumsdelikten. 

Die Razzia begann um Punkt 22 Uhr und galt den drei Straßen, die sich in der Ermittlungsarbeit der vergangenen zwei Jahre als Schwerpunkte der Milieukriminalität im Bahnhofsviertel herauskristallisiert haben: Taunusstraße, Elbestraße und Moselstraße. Die Beamten riegelten das Viertel zwischen Kaiserstraße, Niddastraße, Weserstraße und Karlstraße hermetisch ab. Jede der 657 Personen, die sich zu der Zeit dort aufhielten, musste sich zumindest einer Identitätskontrolle unterziehen. 

Etwa eine halbe Stunde nach Beginn der Großrazzia fuhr deshalb in der Taunusstraße ein großer „Durchsuchungsbus“ vor. Die Personen mussten sich zunächst in der Elbestraße an den Hauswänden entlang aufreihen. „Die Hände bleiben aus den Taschen“, ermahnten die Polizisten die festgesetzten Personen immer wieder. 

Für die größte Razzia im Bahnhofsviertel in diesem Jahr hatte die Polizei vorab einige Journalisten und Fotografen informiert. Immer wieder hielten Fotografen und Kameraleute auf die festgesetzten Personen drauf. „Manno, was filmst du denn da?“, schrie einmal eine Frau.

Doch die eigentlich spannenden Durchsuchungen liefen nicht auf der Straße ab, sondern in den Bars, Spielotheken und Laufhäusern, die der organisierten Kriminalität als Rückzugsräume dienen. Die Razzia diente daher nicht zuletzt dem Erkenntnisgewinn der Ermittler, wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill bereits kurz nach Beginn der Razzia den versammelten Pressevertretern mitten auf der abgesperrten Taunusstraße verkündete: „Es geht uns darum, Personenzusammenhänge und Strukturen zu erkennen.“ Dafür waren auch im Laufe des Donnerstags noch vor Beginn der Razzia immer wieder verdeckte Ermittler im Einsatz.

Die letzte größere Razzia im Bahnhofsviertel hatte es im April gegeben. Damals hatten sich die Durchsuchungen vor allem auf ein Wohnhaus in der Niddastraße konzentriert, das Zwischenhändlern als Depot diente. Die Razzia, der monatelange Ermittlungen vorausgegangen waren, war ein voller Erfolg. Die Polizei stellte damals Drogen im Wert von 870 000 Euro, 60 000 Euro Bargeld und 10 000 Euro Falschgeld sicher.

Verglichen damit war die Razzia am Donnerstag angesichts des großen personellen Aufwands ein Reinfall. Sichergestellt wurden 13 Gramm Heroin, acht Gramm Crack und 42 Gramm Marihuana. Zwar gingen der Polizei acht Drogendealer ins Netz, sieben davon allerdings schon am Nachmittag bei den verdeckten Ermittlungen.

Doch die Razzia sollte auch dazu dienen, „Straftätern zu zeigen, es ist schwer in Frankfurt“, sagte Bereswill. Dazu diene auch die Maßnahme, dass bereits seit zwei Wochen nochmal 20 zusätzliche Beamte im Bahnhofsviertel im Einsatz sind. Diese Präsenzstreifen, größtenteils uniformiert, sollen genauso wie die Razzia dem Bürger das Gefühl geben, dass die Polizei sie im Bahnhofsviertel nicht alleine lässt. „Es ist ein wichtiges Signal: Wir sind da, wir kümmern uns“, so Polizeipräsident Bereswill. Die zusätzlichen 20 Kräfte sollen laut Bereswill zunächst bis November im Einsatz sein, „so lange es warm ist“.

Im Einsatz war am Donnerstag auch das Ordnungsamt. Die Kontrolleure schlossen wegen Ungezieferbefall, baulicher Mängel und einer fehlenden Ablufteinrichtung zwei Gaststätten in der Moselstraße sowie je eine Bar in Elbe- und Taunusstraße. 

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