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Bahnhofsviertel Frankfurt Letzte Schmuddelzone des Bahnhofsviertels

Die Taunusstraße ist quasi die letzte Schmuddelzone des Bahnhofsviertels. Stadt und Anwohner möchten das Schmuddeleck jetzt mit Streetart wieder beleben.

Die Taunusstraße soll attraktiver werden. Foto: peter-juelich.com

Wer morgens durch Frankfurts Taunusstraße läuft, dem kann es angst und bange werden. Alkoholisierte torkeln zeternd über die Straße, in Hauseingängen kauern zwielichtige Gestalten und kleinere Handgemenge unter Junkies sind an der Tagesordnung. Während die Münchner Straße und die Kaiserstraße in den vergangenen Jahren stark aufgewertet wurden, ist es hier schlimmer geworden. Die Taunusstraße ist quasi die letzte Schmuddelzone des Bahnhofsviertels.

Dealer und Junkies fühlen sich hier zu Hause. „Noch vor fünf Jahren haben sie hier keinen Parkplatz bekommen“, erinnert sich der Geschäftsführer von GM-Foto in der Taunusstraße 47. Jetzt klagt der Geschäftsmann über fehlende Kunden. Seinen Namen möchte er lieber nicht in der Zeitung lesen, aus Sorge, vielleicht zur Zielscheibe von Attacken der Drogensüchtigen zu werden. Er könne „zig Briefe“ von Kunden vorlegen, die nicht mehr in sein Geschäft kämen, weil sie vor der Tür bespuckt oder getreten worden seien. Teilweise würden Mitarbeiter die Kunden mit zum Fahrzeug begleiten, um solchen Attacken vorzubeugen.

Gemeinsam mit dem Betreiber des Musikhauses Cream in der Taunusstraße 43 versucht der Geschäftsmann seit mehr als einem Jahr, die Stadt zum Handeln zu bewegen. Jetzt soll sich etwas tun. „Wir wollen die Taunusstraße wieder in die Stadtgesellschaft zurückholen“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) am Montag bei der Vorstellung der Initiative „Taunusstraße Arts&Bites“ (TAB).

Die Initiative, zu der Geschäftsleute und Künstler gehören, die in der Taunusstraße arbeiten, will die Straße wiederbeleben. Was taugt dazu besser, als Örtlichkeiten, die derzeit ohnehin leer stehen? Alleine in der Kaiserpassage stehen derzeit sieben Läden leer. Dort soll am Freitag (ab 18 Uhr) der Auftakt des Projekts sein, das nach den Worten der Initiatoren „zum Neuentdecken und Wiedererobern der Taunusstraße“ einlädt. Die Macher locken mit Kleinkunst (arts) und Gastronomie (bites). An den folgenden Freitagen sollen die Aktionen fortgesetzt werden. Wie genau die Fortsetzungen aussehen, lassen die Macher noch offen. „Das ist noch nicht fest durchgeplant, wir wollen auf die Resonanz reagieren“, sagt Björn Eckerl, Geschäftsführer einer Werbeagentur mit Sitz in der Taunusstraße. Als zweite Lokalität könnte der Ort fungieren, an dem das Programm am Montag auch vorgestellt wurde: Die seit Monaten leerstehenden Räume eines Juweliers, der in der Taunusstraße 47 sein Glück probierte. Auch gegenüber, der leerstehende Gebäudekomplex Taunusstraße 52-60 soll einbezogen werden. Die wenig einladenden Rollgitter im Erdgeschoss dürfen als Projektfläche genutzt werden. Von Seiten der Immobilienbesitzer habe es durchweg nur positive Signale gegeben, sagt Veranstaltungsmanager Daniel Etzel.

Die Geschäftsleute in der Taunusstraße sind noch etwas skeptisch. Belebung brauche es tagsüber in der Taunusstraße und nicht am Freitagabend in der Kaiserpassage, hieß es.

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