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Auszeichnung Einmal zum Mond und wieder zurück

Für ihr Weltraum-Projekt wurde die Kita „Himmelszelt“ ausgezeichnet.

Kindergarten Himmelszelt
Die Nachwuchsforscher freuen sich über ihre Auszeichnung. Foto: Christoph Boeckheler

Wer von euch möchte später mal Astronaut werden?“ Noch bevor die Frage zu Ende gestellt ist, schnellen alle Kinderhände begeistert nach oben. Beim späteren Berufsziel sind sich die Fünf- und Sechsjährigen in der Kindertagesstätte „Himmelszelt“ in Sachsenhausen definitv einig. Und wohin genau möchten sie dann als Astronauten fliegen? „Zum Mond“, tönt es einstimmig aus allen Ecken.

Aber um Astronaut zu werden, braucht es viel mehr als nur eine Rakete. Das stellten auch die Kinder fest und so entwickelten sie mit ihren Erzieherinnen und Erziehern im Herbst 2017 das Projekt „Wir bauen eine Rakete und fliegen ins All“. Dafür wurde die Tagesstätte nun zum hessischen Landessieger des Kita-Wettbewerbs „Forschergeist“ gekürt. Der mit 2000 Euro dotierte Preis zeichnet Projekte aus, die sich der frühkindlichen Bildungsarbeit im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich widmen. 

Am Anfang stand ein Verkehrshütchen

Mit einem Ausflug und einem Verkehrshütchen hatte alles angefangen. Nachdem die Gruppe im Mai 2017 die „Astro-Kids“ Ausstellung besucht hatte, ließ sie das Thema Weltall nicht mehr los. Der Ehrgeiz der Kinder war geweckt, eigenhändig eine Rakete zu bauen. Ein Prototyp aus einem Pylonen, gefüllt mit Gras und Sand war das erste Ergebnis. Aber die Kinder wollten mehr wissen. 
Nach den ersten Bauversuchen stürzten sich die Kinder begeistert in die Arbeit. Wie genau funktioniert denn nun eine Rakete? Was für Kräfte wirken auf der Erde und im Weltraum? Mithilfe kleiner Experimente machten sich die Kinder mit Zentrifugalkraft, Schwerkraft und Antriebskraft vertraut. Auch chemische Reaktionen wurden getestet, etwa mit einer Essig-Backpulver-Rakete. 

Nach und nach entstanden weitere Ideen für das Projekt. Während ihrer Recherchen fanden die Kinder heraus: Nicht jeder kann einfach Astronaut werden, es gibt spezielle Trainings. Prompt wurde für das Astronauten-Team der Kita auch ein Training angesetzt, bei der sie viel über Körperfunktionen und Bewegung lernten. „Es war toll zu sehen, wie die Kinder sich gegenseitig angefeuert haben“, sagt Erzieherin Alina Braun, die das Projekt geleitet hat. „In dieser Zeit ist die Gruppe ein Team geworden“. 

Doch für den reibungslosen Start der Rakete fehlte noch mehr: Zum einen die richtige Ausrüstung: Raumanzüge mit Sauerstoff-Rucksäcken, Helme und das passende Schuhwerk für den Mond. Bei der Herstellung packten hier auch die Eltern mit an. Zum anderen die Crew im Hintergrund. Die restlichen Kinder Gruppe wurden zu Helfertrupps des achtköpfigen Astronauten-Teams. Als Ärzte, Techniker oder Navigatoren unterstützen sie die Weltraumabenteurer vom Boden aus. 

Im großen Finale wurden die Räume der Kita schließlich in eine Mondlanschaft verwandelt. Begleitet von ihren Teams machten sich die acht Astronauten auf den Weg zum Mond und zu ihrer selbstgestalteten Raumstation. Nach einem anstrengenden Weg und einem Weltraumsnack landeten schließlich alle wieder wohlbehalten auf der Erde. Und noch jetzt sind alle begeistert von ihrem Ausflug. 

„Die Kinder fühlten sich ernstgenommen“, erklärt Leiterin Sabine Chmielorz den Enthusiasmus. „Ihre Ideen wurden aufgegriffen und umgesetzt“. Auch für die Erzieherinnen war das Projekt eine neue Erfahrung. „Wir haben die Kinder nochmal richtig kennengelernt. Viele hatten bereits ein unglaubliches Vorwissen“, schwärmt Alina Braun. Sie habe es zum ersten Mal erlebt, dass alle Kinder von Anfang bis Ende motiviert dabei gewesen seien. 

Der „Forschergeist“ ist ein bundesweiter Kita-Wettbewerb der Deutschen Telekom Stiftung und der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Zum vierten Mal wurde in jedem Bundesland eine Kita für Projekte aus der Welt der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit einem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro ausgezeichnet. In diesem Jahr hatten sich 651 Kitas aus ganz Deutschland beworben. Von den 16 Landessiegern werden die fünf besten Projekte im Juni in Berlin gekürt. Jeder der Bundessieger erhält zusätzlich 3000 Euro. Am 4. Mai erhält die Kita Himmelszelt ihren Preis vom „Forschergeist“-Mobil, das jedem Landessieger die Auszeichnung persönlich übergibt. 

 

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