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Ausstellung in Frankfurt Porträts von Fahrrad-Städten

Das Frankfurter Architekturmuseum stellt in einer neuen Schau unter dem Titel „Fahr Rad!“ Die Rückeroberung der Stadt“ acht Fahrrad-Städte vor.

Frühling in Sachsen
Fahrradfahren macht einfach mehr Spaß. Foto: dpa

Das Fixie hängt lässig an der Wand; ein elektrisches Lastenrad parkt mit Büchern beladen im Raum. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) rückt mit der neuen Ausstellung „Fahr Rad!“ Die Rückeroberung der Stadt“ das Fahrrad in den Mittelpunkt.

„Es geht nicht nur ums Rad, sondern auch darum, wie wir unseren Stadtraum künftig gestalten wollen, damit er lebenswert wird“, sagte Andrea Jürges, die stellvertretende Leiterin des Museums. „Wir wollen an Beispiele zeigen, wie es gehen kann“.

Acht modellhafte Städte aus aller Welt und weitere Projekte haben die Kuratoren Annette Becker, Stefanie Lampe und Lessano Negussie zusammengefasst und auf weißen Gitterwänden präsentiert. „Das Radfahren kann mittlerweile als Seismograf für Urbanität gelten“, sagte Annette Becker. Wer eine lebenswerte Stadt planen wolle, komme an der Förderung des Radverkehrs nicht vorbei.

Ganz weit vorn bei der Radverkehrsförderung ist die niederländische Stadt Groningen. Sie gilt als Hauptstadt des Radverkehrs weltweit. Mehr als 60 Prozent aller Wege legen die Menschen dort mit dem Rad zurück.

Wie kam es dazu? „Die Stadt hat sich entschieden, den Autoverkehr aus der Innenstadt zu verdrängen“, sagte Stefanie Lampe. Radfahrer und Fußgänger könnten sich im Zentrum hingegen frei bewegen.

„Groningen hat auch die sauberste Luft aller niederländischen Großstädte“, sagte sie. Ein Panoramabild von Kopenhagen schmückt eine Wand im Museum, breite Radwegen und viele Abstellplätze für Fahrräder sind zu sehen. Die Menschen in der dänischen Hauptstadt legen ein Drittel ihrer Wege mit dem Rad zurück. In Frankfurt sind es knapp 13 Prozent.

Das Ziel, Kopenhagen zur fahrradfreundlichsten Stadt zu machen, hat der dänischen Stadtplaner und Architekten Jan Gehl stark beeinflusst. Er kommt am Donnerstag, 3. Mai, 19 Uhr, zu einem Vortrag ins Architekturmuseum nach Frankfurt.

Auch die Städte New York, Barcelona, Oslo, Portland und Karlsruhe haben einiges für den Radverkehr getan, was die Ausstellung anschaulich vermittelt. Im Ruhrgebiet entsteht derweil der erste Radschnellweg Deutschlands RS1: vier Meter breit, kreuzungsfrei, asphaltiert. Elf Kilometer sind fertig, mehr als 100 Kilometer sollen es werden - von Duisburg über Essen, Dortmund nach Hamm. Weitere Radschnellwege im Ruhrgebiet sind geplant - auch im Rhein-Main-Gebiet soll es in nächster Zeit einmal Radschnellwege geplant.

Pünktlich zur Ausstellung hat das Radfahrbüro dem Museum Fahrradbügel spendiert: Sie stehen gegenüber des Gebäudes, beim Radweg am Schaumainkai.

 

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