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Ausstellung Dialog auf leisen Sohlen

Das Verhältnis zwischen Juden und Arabern in Israel ist von Spanungen und Vorurteilen geprägt. Wie Annäherungen gelingen können, zeigt eine Ausstellung in der Anne-Frank-Bildungsstätte.

24.06.2014 21:27
Beate Rohkohl-Hildenbrand
Vorurteile an der Wand: Meron Mendel, Leiter der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank. Foto: Christoph Boeckhele

„Die Araber lügen und machen uns in aller Welt schlecht.“ „Für die Juden sind wir hier Bürger zweiter Klasse.“ Mit solchen Vorurteilen wird der Besucher der Wanderausstellung „Schau mich an“ in der Anne-Frank-Bildungsstätte konfrontiert. Er erfährt von der Begegnung jüdischer und arabischer Jugendlicher in der israelischen Bildungsstätte Givat Haviva.

Auf Stellwänden mit rotem Hintergrund sind die arabischen Vorurteile zu lesen, auf den grünen Stellwänden die jüdischen. Zudem gibt es eine interaktive Wand zu Schlagwörtern wie Mauer und Grenzverlauf. Der Besucher erfährt, wie beide Seiten darüber denken.

„Jeder fünfte Israeli ist arabischer Herkunft.“ Aber Juden und Araber leben in getrennten Welten. Hier jüdische Dörfer, dort arabische. Hier das jüdische Stadtviertel, dort das arabische. Die einen sprechen Hebräisch, die anderen Arabisch. Gemeinsam ist ihnen nur der israelische Pass.
Givat Haviva, in der Mitte Israels gelegen, hat es sich seit 60 Jahren zur Aufgabe gemacht, jüdische und arabische Israelis zusammenzubringen: Sie sollen sich gegenseitig kennenlernen können. Mit Arabischkursen fing es an, inzwischen gibt es Programme zum Kennenlernen für alle Altersgruppen. Die gegenseitige Wahrnehmung kann nur verändert werden, wenn die Menschen sich persönlich treffen und miteinander reden können.

Chancen und Barrieren

In der Frankfurter Ausstellung kommen die Jugendlichen zu Wort, die in Fotoworkshops ihre Erfahrungen verarbeiteten und Vorurteile aufbrechen konnten.

Die Kunst wird in der Friedensaktivität zu einem pädagogischen Mittel, das Brücken zwischen verschiedenen Kulturen und Menschen baut. Nicht nur Lehrer und Schüler, die sich mit dem jüdisch-arabischen Konflikt auseinandersetzen, finden hier Anschauungsmaterial, sondern alle, die sich für Konfliktlösungen interessieren.

Heute Abend diskutieren in englischer Sprache die israelischen Friedensaktivisten Mohammad Darawche und Yaniv Sagee über Chancen und Barrieren der friedenspädagogischen Arbeit in Israel.

Die Bildungsstätte Anne Frank setzt sich in ihrer Arbeit für die Menschenrechtsbildung und die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, sozialem Status und Lebensweise ein. So kann man hier mehr erleben als nur die Biografie Anne Franks und die Geschichte des Nationalsozialismus.

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