Lade Inhalte...

Aus dem Gericht Der Bekehrte

Die Frankfurter Justiz lehrt einem fanatischen Muslim mit langem Vorstrafenregister Mores, indem ihn die Richter erst zu einer Haft- und dann zu einer Bewährungsstrafe verurteilen.

Justitia Foto: FR

Irgendwann im vergangenen Vierteljahr hatte Mahir A. ein Damaskuserlebnis. Die Frage ist nur: wann, wo und wie?

Das Damaskuserlebnis verdanken wir Saulus von Tarsus, einem erfolgreichen Christenverfolger, dem auf dem Weg nach Damaskus der Messias erschien, worauf Saulus vor Schreck vom Kamel fiel und als frischgebackener Apostel Paulus wieder aufstieg.

Früher war Mahir A. auch so ein Christenverfolger. Im April 2011 streckte der 31 Jahre alte Rauschebart, der sich seit Jahren mangels Arbeit mit Religion und asiatischer Kampfkunst beschäftigt, den 38 Jahre alten Daniel G. mitten auf der Berger Straße mit einem Faustschlag nieder. Daniel G. hatte allerdings auch alles falsch gemacht: Er ist nicht nur US-Amerikaner, Lehrer und langhaarig, er wollte an diesem Tag auch noch ein Basketballspiel in einer Sports-Bar sehen und dazu ein Bier trinken. Mahir A. war dagegen, aus Glaubensgründen. Seitdem hat Daniel G. drei Metallplatten im Kopf, zumindest so lange, bis die Knochen wieder zusammenwachsen. Einen Zahn hat er verloren, drei wackeln noch.

Ein paar Wochen später radelte Mahir A. abends ohne Licht die Münchener Straße entlang. Die zwei Polizisten, die ihm das verbieten wollten, beleidigte er mit den Worten „Spasti“ und „Ehrloser“. Für die Polizeibeamtin fand er ebenfalls deutliche Worte: Die „Kuh“ habe ihm „als Frau gar nichts zu sagen“.

Deutsche Gesetze gelten nicht für ihn

Das Frankfurter Amtsgericht hat Mahir A. im November vergangenen Jahres zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Ohne Bewährung. Das war neu für Mahir A., denn bislang waren seine Vorstrafen – wegen Diebstahl, Raub, Körperverletzung, Drogenhandel, Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Waffengesetz, Fahren ohne Führerschein und so weiter – immer zur Bewährung ausgesetzt worden. Mahir A. blieb damals bei der Urteilsverkündung sitzen – die deutschen Gesetze, sagte der gebürtige Bad Sodener damals, gälten nicht für ihn. In die Berufung ging er trotzdem.

Und siehe da: Es tut ihm jetzt leid. Furchtbar leid. Wenn das Gericht den Saal betritt, steht er auf. Wenn David G. den Raum betritt, entschuldigt er sich. In den vergangenen Wochen hat er ein Praktikum bei einer Reifen-Firma gemacht, „da habe ich viel gelernt“. Von den Drogen ist er weg. Mittlerweile verschenkt er was auf der Zeil, und zwar den Koran.

Das wird belohnt. Anderthalb Jahre gibt es jetzt – auf Bewährung. „Ich will in diesem Land bleiben“, hat Mahir A. erkannt, „dafür brauche ich bestes Benehmen.“ Na also. Geht doch.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum