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Aufmarsch der Rechten Heute Krawalle in der City erwartet

Frankfurt steht ein brisanter Tag bevor: Das rechte Bündnis „Widerstand Ost West“ kommt zum Roßmarkt, Tausende wollen dagegenhalten. Die Polizei erwartet, dass es zu Krawallen kommt.

„Nazis blockieren“: Ein Aufruf gegen die Demonstration der rechten Gruppe „Widerstand Ost West“ in der Weidenbornstraße. Foto: Christoph Boeckheler

Die Wortführer von „Widerstand Ost West“ mobilisieren bis zur allerletzten Minute. Ester Seitz, Anmelderin der rechten Demonstration, meldete sich in der Nacht zu Freitag auf Facebook zu Wort, mit gewohnt markigen Worten. Man werde am Samstag früh auf dem Roßmarkt sein und „nicht nur zehnmal, sondern zwanzig- oder sogar dreißig- oder vierzigmal so viele Patrioten“ auf die Straße bringen wie im März, als ein Grüppchen von Pegida-Anhängern von Linken mit Steinen und Flaschen beworfen worden war. Und Uwe Mindrup, Redner beim ersten Aufmarsch der rechten „Hooligans gegen Salafisten“ in Köln, postete eine Video-Botschaft, in der er ankündigt, „dass wir uns die Straße hier wiederholen“. Man werde die Demo in jedem Fall durchsetzen, sagt Mindrup. „Wir wissen, dass mit heftigem Gegenwind zu rechnen ist.“

Im Grunde hat Widerstand Ost West nie einen Zweifel daran gelassen, dass es ihnen am heutigen Samstag ab 13 Uhr um eine doppelte Machtdemonstration geht: Das islamfeindliche Bündnis will in Frankfurt, der verhassten Multikulti-Stadt und Antifa-Hochburg, Stärke gegen die vermeintliche „Islamisierung“ und die Dominanz der politischen Linken zeigen. Gleichzeitig geht es Seitz und ihren Mitstreitern aber auch um die Wortführerschaft in der bundesweiten islamfeindlichen Szene: Sie wollen Pegida-Chef Lutz Bachmann, den bisherigen König aller rechten Wutbürger und Islamfeinde, von seinem Dresdner Thron stoßen.

Dabei setzt Widerstand Ost West vor allem auf Hilfe aus dem gewaltbereiten Hooligan-Spektrum: Schon vor Wochen posierte Ester Seitz lächelnd mit den Hools der „Berserker Pforzheim“, zuletzt hat sie Silvio Rösler als Redner dazugewonnen, den Chef der rechtsradikalen „Legida“ aus Leipzig, bei deren Demos im Januar Medienvertreter durch die Straßen gehetzt wurden. Insgesamt könnten sich mehrere Hundert Rechte versammeln.

Der Stadt Frankfurt steht in jedem Fall ein ungemütlicher Tag bevor. Bis zuletzt hat die Stadt daher versucht, den rechten Aufmarsch nach Fechenheim zu verlegen. Vergebens: Am Freitag bestätigte der Verwaltungsgerichtshof Kassel eine vorherige Entscheidung des Frankfurter Verwaltungsgerichts, nach der die Auflagen der Stadt rechtswidrig sind und Widerstand Ost West auf den Roßmarkt darf. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) sagt am Freitag dazu, die Frankfurter Bürger müssten nun leider „schwerwiegende Einschnitte im Alltag und dem Geschäftsleben in Kauf nehmen“.

Die Polizei werde gezwungen sein, die Innenstadt abzuriegeln, um Zusammenstöße zwischen Linken und Rechten zu verhindern, sagte Frank. Es könne nicht sichergestellt werden, dass man Geschäfte und Büros am Roßmarkt oder am Steinweg erreichen könne, die Polizei werde an den Absperrgittern Personalausweise kontrollieren. Die Frankfurter müssten sich keine Sorgen machen, in der Innenstadt aber in jedem Fall mit erheblichen Verzögerungen rechnen.

Die Frankfurter linke Szene hat unterdessen klargemacht, dass sie die Herausforderung von Widerstand Ost West annehmen will. Linke Gruppen wie die Anti-Nazi-Koordination (ANK) und die Autonome Antifa kündigen an, die Rechten zu stören und zu blockieren. „Wir rufen dazu auf, mit Mitteln des zivilen Ungehorsams die Veranstaltung von Widerstand Ost West zu verhindern“, sagte Hans Christoph Stoodt, Sprecher der ANK. Man sei auf Massenblockaden und nicht auf Gewalt aus, rechne aber mit vielen „problematischen Situationen“. Rechte Kleingruppen könnten versuchen, auch außerhalb des abgesperrten Roßmarkts politische Gegner anzugehen.

Auf derartige Szenarien dürfte sich auch die Polizei vorbereiten. Es wird kein Tag wie die anderen.

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