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Attac in Frankfurt Protest vor der Börse

Vor zehn Jahren musste die US-Bank „Lehman Brothers“ Insolvenz anmelden. Die Organisation Attac erinnert nun in Frankfurt mit einer politischen Performance an die Bankenkrise.

Hauptversammlung Deutsche Bank
Aktivisten von Attac protestieren vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank. Foto: dpa

Zehn Jahre ist der große Crash nun schon her: Am 15. September 2008 musste die US-amerikanische Investmentbank „Lehman Brothers“ Insolvenz anmelden. Der Schock von der New Yorker Wall Street verbreitete sich, die Kurse der Banken rutschten weltweit ab, die globale Finanzkrise nahm ihren Lauf.

Anlässlich des zehnten Jahrestages der Insolvenz bei Lehman, die oft symbolisch für die sich in den Jahren 2007 und 2008 entwickelnde Weltwirtschaftskrise steht, wollen die Globalisierungsgegner von Attac in genau drei Wochen, am Samstag, 15. September, mit einer Performance vor der Frankfurter Börse ihre Forderung nach einer stärkeren Regulierung der Finanzbranche wiederholen. Im Rahmen eines europaweiten Aktionstages mit dem Motto „Finance for the People“ soll ab 11 Uhr eine Protestaktion vom Willy-Brandt-Platz zur Börse ziehen. 

Debatte über Finanzmärkte

„Graue Gestalten ziehen unter großer Kraftanstrengung einen Karren durch das Bankenviertel“, beschreibt Attac die Performance vorab. „Auf ihm stehen Bulle und Bär, Symbole des Finanzmarktkapitalismus.“ Vor der Börse solle dann symbolisch aufgezeigt werden, worauf alle Menschen einen Anspruch hätten: „bezahlbarer Wohnraum, freie Bildung, Gesundheit für alle“. 
„Von einem Finanzsystem, das allen Menschen dient, sind wir immer noch weit entfernt“, begründet Alfred Eibl vom Attac-Koordinierungskreis den Protest zum Jahrestag der Lehman-Pleite. „Auch wenn es nach 2008 einige zaghafte Korrekturansätze gab, eine grundlegende Reform des Finanz- und Bankensystems ist allen Versprechen zum Trotz ausgeblieben.“ Eine erneute schwere Krise sei jederzeit möglich, wie die aktuelle Lage in der Türkei zeige. Die Kosten dürfte durch neue staatliche Hilfen wieder die Allgemeinheit tragen, kritisierte Eibl.

Am Tag vor der Protestaktion, am Freitag, 14. September, lädt Attac zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Gesellschaft aus dem Griff der Finanzmärkte befreien“ ein. Im DGB-Haus an der Wilhelm-Leuschner-Straße diskutieren ab 19.30 Uhr Rainald Ötsch von Attac, Suleika Reiners von der Organisation „Finance Watch“, Dorothea Schäfer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und der Politikwissenschaftler Christoph Scherrer von der Universität Kassel. 

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