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Asylbewerber in Frankfurt Freies WLan für Flüchtlinge

Für Flüchtlinge ist das Internet wichtig, um Kontakt zu ihren Familien zu halten. Der Verein „Freifunk Frankfurt“ stellt deshalb WLan für eine Notunterkunft in Sachsenhausen zur Verfügung. Weitere Notunterkünfte sollen ebenfalls bald ans Netz gehen.

Für Flüchtlinge ist es wichtig, dass sie Kontakt zu ihrem Ursprungsland behalten können. (Symbolbild) Foto: dpa

Technisch und finanziell, sagt Manfredo Mazzaro, sei das mit dem kostenlosen Internet für Flüchtlinge überhaupt kein Problem. Man müsse nur für rund 30 Euro einen Router kaufen, ihn mit der entsprechenden Software ausstatten – und schon könne es bei entsprechender Genehmigung losgehen. Die nötigen Spenden zusammenzubekommen, sei schnell gegangen: „Das hat mich zehn Minuten gekostet.“

Mazzaro ist im Verein „Freifunk Frankfurt“ aktiv und Mitglied der Piratenpartei. Freifunker sind Internet-Enthusiasten, die bundesweit an einem möglichst flächendeckenden, kostenlosen Internetzugang für alle arbeiten. Aktuell sind laut Mazzaro allein in Frankfurt schon rund 170 WLAN-Router aktiv, die in Privatwohnungen, Cafés oder Geschäften stehen – und in die sich jeder ohne Kosten und Passwort einwählen kann. Weil der Netzzugang über eigene Server läuft, die oft im Ausland stehen, umgehen die Freifunker auch die sogenannte Störerhaftung, müssen also nicht für mögliche Abmahnungen etwa wegen illegaler Downloads aufkommen. Außerdem speichern sie aus netzpolitischer Überzeugung keine Nutzerdaten. Freifunker stellten nicht nur kostenloses, sondern „wirklich freies Netz“ zur Verfügung, sagt Mazzaro.

Eine bundesweite Bewegung

In vielen deutschen Städten, etwa in Dortmund oder München, kümmert sich die wachsende Freifunker-Bewegung momentan außerdem darum, Flüchtlinge ans Internet anzuschließen. Allein um Kontakt zu ihren Familien halten und sich in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden zu können, sei das absolut notwendig, argumentieren sie. Für Mazzaro ist ein Freifunk-Netz außerdem ideal für politisch Verfolgte oder Dissidenten – weil es besser gegen jegliche staatliche Zugriffe geschützt sei.

Als erste Flüchtlingsunterkunft im Stadtgebiet hat nun seit ein paar Tagen die Sporthalle Süd in Sachsenhausen freies Netz – betrieben von Freifunk Frankfurt. Ende Juli hat die Stadt in der Turnhalle rund 50 Flüchtlinge notdürftig untergebracht, noch bis Ende der Sommerferien sollen sie dort bleiben, bis es bessere Unterkünfte für sie gibt. Die Initiative „No Fragida“ hat die Flüchtlinge bereits zweimal besucht und ihnen Kleider- und Sachspenden vorbeigebracht. Jetzt können die Menschen dort auch ins Internet.

Im Sozialdezernat hat man gegen die Initiative nichts einzuwenden. Eine Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sagte der FR, solange die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt seien, „spricht da sicherlich nichts dagegen“. Wenn es nach Manfredo Mazzaro und seinen Mitstreiter geht, werden bald weitere Flüchtlingsunterkünfte ans Netz gehen: Die nächsten Projekte haben die Freifunker bereits in Planung.

Weitere Informationen zum Verein Freifunk Frankfurt gibt es im Internet unter www.wifi-frankfurt.de.

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