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Astor-Filmlounge Filmlounge will leben

Ein Gang durch das Einkaufszentrum Zeilgalerie an Frankfurts wichtigster Fußgängerzone zeigt: Die meisten Läden stehen schon leer. Gibt es nach dem Abriss des Hauses einen neuen Standort?

Die Astor-Filmlounge muss schließen, weil die Zeilgalerie abgerissen wird: der Eingangsbereich im Erdgeschoss. Foto: Monika Müller

Überall verkünden Plakate den „Ausverkauf“, versprechen Preisnachlässe von bis zu 70 Prozent. Ein Gang durch das Einkaufszentrum Zeilgalerie an Frankfurts wichtigster Fußgängerzone zeigt: Die meisten Läden stehen schon leer. Das im September 1992 eröffnete Haus soll bald abgerissen werden; ein Neubau ist geplant, der vom benachbarten Kaufhof als Erweiterungsfläche genutzt wird.

Der Abbruch ist das Ende auch für die beliebte Astor-Filmlounge ganz oben unter dem Dach. Wie eine Sprecherin der Astor-Gruppe in Hamburg der FR bestätigte, schließt das Kino mit dem besonderen Komfort „Ende Februar“. Doch für die vielen Fans des Hauses gibt es Hoffnung. Die Astor-Gruppe prüft derzeit, die Filmlounge im benachbarten Einkaufszentrum „My Zeil“ wieder zu eröffnen. Und zwar auch wieder möglichst weit oben.

Die Sprecherin des Kino-Konzerns, der vom mittlerweile 64-jährigen Kino-Pionier Hans-Joachim Flebbe gegründet wurde, spricht ausdrücklich von einer „Möglichkeit“. Entschieden ist noch nichts. Es geht gegenwärtig um die statischen und räumlichen Rahmenbedingungen einer solchen Lösung.

Nicht umsonst möchte die Astor-Gruppe weiter an prominenter Stelle im Frankfurter Stadtzentrum vertreten sein. Denn das Konzept, einen Kino-Besuch mit einem gewissen Luxus anzubieten, ist in den bisherigen drei Jahren aufgegangen.

Im Dezember 2012 war die Filmlounge eröffnet worden. Nach den Worten von Manager Oliver Felske verzeichnete man seitdem ansteigende Besucherzahlen, bis Ende des Jahres 2015 wurde die Marke von 70 000 Filmfans angepeilt. Der Saal mit der Leinwand bietet 197 Sitzplätze, besonders bequeme Sitze, Getränke und Fingerfood am Platz.

Zu dem besonderen Programm des Hauses gehören auch Live-Übertragungen von Opern-Aufführungen, etwa von den Bayreuther Festspielen. Gezeigt werden ansonsten Kino-Produktionen, von denen man sich besondere Resonanz verspricht – etwa 2015 der neue Bond oder gegenwärtig das Weltraum-Märchen „Star Wars“.

Manager Felske macht keinen Hehl daraus, dass er das Einkaufszentrum Zeilgalerie sogar als Standort-Nachteil für das Premium-Kino versteht. Die Zeilgalerie gehörte zu den Projekten des betrügerischen Immobilien-Großkaufmanns Jürgen Schneider. Er hatte sich Bank-Kredite durch falsche Angaben über die Nutzfläche des Hauses erschlichen. Tatsächlich funktionierte das Einkaufszentrum wirtschaftlich nie. Der Zuschnitt der Läden in dem schmalen Haus war zum Teil zu klein.

Man darf gespannt sein, wie sich Kaufhof künftig in dem Neubau präsentieren wird. Die eigens für das Projekt gegründete Gesellschaft hat bereits einen Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Es geht um die „Entkernung“ des bestehenden Gebäudes und seine weitgehende „Neuerrichtung“ – vom Parterre bis zum siebten Obergeschoss und vom ersten bis zum vierten Untergeschoss. Das Millionen-Vorhaben befindet sich „in der Prüfung“, so Mark Gellert, Sprecher von Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne).

Grundlegende Hindernisse oder ungelöste Probleme sehen die städtischen Planer aber nicht.

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