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Armut in Frankfurt Ärger wegen eines neuen Standorts für Frankfurter Tafel

Die Frankfurter Tafel hat zwei neue Standorte. In Seckbach gibt es schon vor der Öffnung der neuen Ausgabestelle Beschwerden von Anwohnern. Daher sucht der Verein dort weiter nach Räumen.

Frankfurter Tafel
Rund 15 000 bedürftige Menschen versorgen sich über die Frankfurter Tafel stadtweit mit Lebensmitteln. Foto: Peter Jülich

Von Freitag an wird die Frankfurter Tafel in Seckbach im Alten Rathaus an der Hofhausstraße Lebensmittel verteilen. Die bisherige Ausgabestelle in der Turnhalle des TV Seckbach im Schießrain steht dem Verein nicht länger zur Verfügung. Doch der neue Standort ist nicht optimal. Nach wie vor sucht die Tafel deshalb im Stadtteil nach einer geeigneten Liegenschaft.

Die Räume im Alten Rathaus seien sehr beengt, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Tafel, Edith Kleber, „aber wir haben keine Alternative gefunden“. Vor allem, dass es vor dem Rathaus nur wenig Platz für die Kunden gibt, sei unglücklich. 70 bis 80 Personen erhalten bei der wöchentlichen Vergabe Obst, Gemüse und Backwaren, das auf Märkten nicht mehr verkauft wird. Sie müssten sich künftig vor dem historischen Gebäude und in der Seitenstraße aufstellen. Kleber hat bereits ein Absperrband gekauft, zudem werde ein Mitarbeiter abgestellt, der nach dem Rechten schauen soll.

Denn schon vor Öffnung der Ausgabestelle gibt es bereits erste Beschwerden, berichtet Kleber. Ein Nachbar habe gedroht, er werde der Tafel jedes Mal das Gesundheitsamt auf den Hals schicken, wenn sie vor Ort ist. „Dabei haben wir noch nicht einmal begonnen!“. Der Verein wolle sich davon aber nicht einschüchtern lassen. Schließlich gehe es um eine gute Sache: „Wir helfen Menschen mit Lebensmitteln, die sonst entsorgt werden.“ Und wer befürchte, in seiner Mittagsruhe gestört zu werden, „der muss halt die Fenster schließen“.

Die Halle des Seckbacher Turnvereins kann die Tafel nicht mehr nutzen. Derzeit werde die Sportstätte saniert, sagt Kurt Sämann vom Vorstand des TV. Nach den Sommerferien werde ein Kurs für Herzkranke angeboten. „Dann würden sich die Trainingszeiten mit der Tafel überschneiden.“ Bisher sei der Kurs an der Otto-Fleck-Schneise untergebracht. Diese sei aber zu weit entfernt. „Zudem müssen wir dort Miete zahlen.“

Tafel sucht noch Helfer

Laut Kleber konnte die Tafel keine anderen Standorte im Stadtteil finden. „Wir haben sämtliche Kontakte spielen lassen, die Resonanz war null.“

Während in Seckbach noch nach einem Standort gesucht wird, wurde die Tafel in Sachsenhausen bereits fündig. Am Samstag, 21. Juli, wird der Verein erstmals in der Avetorstubb, dem Tagesaufenthalt für Wohnungslose der Caritas am Affentorplatz 2, zugegen sein. Von 12 bis 14 Uhr werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter Lebensmittel verteilen. Für die Ausgabe sucht die Tafel noch Helfer. „Künftig werden wir dann im Wechsel mit Niederrad alle zwei Wochen vor Ort sein“, kündigt Kleber an.

Dabei werde geschaut, ob es für manche Kunden günstiger sei, statt nach Niederrad nach Sachsenhausen zu kommen. Geprüft werden soll dies langfristig auch am Standort Münchener Straße im Bahnhofsviertel.

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