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Antisemitismus in Frankfurt Tafeln jüdischer Sportler zerstört

Teile einer Ausstellung über jüdische Spitzensportler sind mitten in Frankfurt zerstört worden.

Jüdische Sportler
Tafeln zeigen die Sportler auf dem Rathenauplatz. Foto: beveswelt.de

Teile der Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“, die seit vergangenen Donnerstag auf dem Rathenauplatz zu sehen ist, sind am Wochenende von Unbekannten zerstört worden. Wie das Frankfurter Polizeipräsidium und das Jüdische Museum, das die Ausstellung in Frankfurt betreut, bestätigten, wurden zwei der insgesamt 17 beinahe lebensgroßen Plastikfiguren, die jüdische Sportler aus Deutschland darstellen, etwa auf Knöchelhöhe abgebrochen und weggeschafft. Nach Angaben des Jüdischen Museum handelte es sich dabei um die Nachbildungen von Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes und der Frankfurter Eintracht, und der zehnfachen deutschen Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch.

Bestürzt zeigte sich am Montag Fritz Backhaus, stellvertretender Leiter des Jüdischen Museums in Frankfurt. „Es ist erschreckend, dass innerhalb von zwei Tagen gleich zwei Figuren beschädigt wurden.“ Laut Backhaus hatte sich der erste Angriff bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignet. In der darauffolgenden Nacht wurde dann die zweite Figur zerstört. „Das ist mit massiver Gewalteinwirkung geschehen“, so Backhaus. Seit 2015 ist die Ausstellung an sieben verschiedenen Standorten in der Bundesrepublik zu sehen gewesen. Nirgends sei es zu derart brachialen Angriffen gekommen.

Bezüglich der Täter und des Motivs liegen dem Frankfurter Polizeipräsidium bislang keine Erkenntnisse vor. Ob es sich um reinen Vandalismus handelt oder die Tat – wie die CDU-Fraktion im Römer in einer Pressemitteilung mutmaßt – einen antisemitischen Hintergrund haben könnte, ist noch gänzlich unklar. „Es gibt keine Hinweise“, sagt Backhaus, „und wir wollen nicht spekulieren.“

Den Schaden beziffert das jüdische Museum auf 1500 bis 2000 Euro je Figur. Derzeit werde geprüft, ob sich die zerstörten Plastiken ersetzen ließen. Ursprünglich sollte die Ausstellung noch bis zum 7. Juli zu sehen sein.

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