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Antimuslimischer Rassismus Islamfeindlichkeit nimmt zu

Seit Jahresbeginn sind fast 80 Moscheen angegriffen worden. Die Islamfeindlichkeit nimmt zu. Eine neue Broschüre soll nun Handlungsoptionen zum Abbau muslimfeindlicher Vorurteile aufzeigen.

Gläubige Muslime besuchen das Freitagsgebet in einer Moschee in Frankfurt am Main. (Symbolfoto) Foto: picture-alliance/ dpa

Der geschäftsführende Vorstand der „Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus“ mit Sitz in Darmstadt, Jürgen Micksch, hat am Donnerstag in Frankfurt vor zunehmendem antimuslimischen Rassismus gewarnt. Bei einem Pressegespräch im Dominikanerkloster stellte die Stiftung eine neue Broschüre vor, die Handlungsoptionen zum Abbau muslimfeindlicher Vorurteile aufzeigt. „Antimuslimischer Rassismus ist ein entscheidender Nährboden für Rechtsextremismus“, betonte Micksch.

Kontakte zu Muslimen könnten aber helfen, rassistische Einstellungen abzubauen. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen den Rassismus vom 10. bis zum 23. März werde es daher bundesweit wieder das Projekt „Muslime laden ein“ geben, bei dem Moscheegemeinden in Veranstaltungen das Gespräch mit Nichtmuslimen suchen und von der Stiftung bei der Planung unterstützt werden können. Micksch plädierte zudem dafür, dass Schulen obligatorische Besuche von Moscheen, aber auch Kirchen und Synagogen anbieten und interreligiöse Kooperationen gestärkt werden sollten.

Fast 80 Angriffe auf Moscheen

Yasemin El-Menouar von der Bertelsmann-Stiftung, die in ihrem Religionsmonitor auch die Wahrnehmung des Islams in der Bevölkerung untersucht, und der Leiter des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Andreas Zick, der seit vielen Jahren verschiedene Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Deutschland erforscht, bestätigten die schichtübergreifend weitverbreitete Muslim- und Islamfeindlichkeit in der Gesellschaft. Sie sei ein „zentrales Element“ des Rechtspopulismus und treffe häufig auch mit anderen Formen des Rassismus, etwa Antisemitismus, zusammen, so Zick. Das negative Islambild werde auch von Muslimen selbst wahrgenommen und wirke sich vor allem auf junge Menschen aus. „Vorurteile bremsen Integration“, sagte Zick.

Wie drastisch aktuelle Ereignisse die Ablehnung von Muslimen verstärken und gegen sie gerichtete Hasskriminalität begünstigen, führte der Generalsekretär des Islamverbands Ditib, Bekir Alboga, aus. Nach den sexualisierten Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht und der daran anschließenden Debatte über muslimische Straftäter habe das „Schmäh- und Bedrohungsszenario sprunghaft zugenommen“. Moscheegemeinden hätten seit Jahresbeginn bereits fast 80 gegen sie gerichtete Angriffe erfasst, von Schmierereien bis hin zu eingeschlagenen Scheiben und Schusswaffengebrauch, sagte Alboga und forderte, dass entsprechende Straftaten von der Polizei endlich gesondert erfasst werden sollten. msa

Broschüre und weitere Infos: internationale-wochen-gegen-rassismus.de

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