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Anna-Schmidt-Schule Schlechter als im echten Leben

Oberbürgermeister Peter Feldmann spielt in einem Theaterstück der Anna-Schmidt-Schule einen Bürgermeister. Die Grundschüler sind ganz zufrieden mit seiner schauspielerischen Leistung. Allerdings: Der OB kommt zu ihnen nicht nur, um zu schauspielern.

02.07.2014 09:50
Muss noch üben: OB Feldmann spielt in der Anna-Schmidt-Schule einen Bürgermeister. Foto: Christoph Boeckheler

„Er war doch gut – und wir haben ja auch länger geprobt als er“, entschuldigen die Grundschüler der Anna-Schmidt-Schule Oberbürgermeister Peter Feldmann. In ihrer gestrigen Theateraufführung spielte der einen Bürgermeister. Und war dabei trotz seiner zwei Jahre Übung in der Rolle im echten Leben nicht ganz so textsicher wie die Schüler.

Die Klasse 2b war vor einer Weile auf die Idee gekommen, Feldmann zu fragen, ob er nicht in ihrem Theaterstück den Bürgermeister mimen wolle. Schülerin Marie-Luise fasste sich schließlich ein Herz und fragte ihn in seiner Bürgersprechstunde. Und Feldmann sagte zu. Im Stück kommt diese Szene gewissermaßen noch einmal vor.

Marie-Luise spielt die Barbara in der Frankfurter Sage „Hans Winkelsee und die Neun in der Wetterfahne“. Auch auf der Bühne traut sie sich zum Bürgermeister und bietet ihm eine Wette an: Der Wilderer Hans Winkelsee soll vor der Todesstrafe gerettet werden, wenn er es schafft, mit neun Schüssen die Zahl Neun in die Wetterfahne des Eschenheimer Turms zu schießen. Der Bürgermeister stimmt zu, Hans Winkelsee trifft und alles wird gut.

Suche nach Vorbildern

Der Turm sei wichtig für die Schüler, erklärt Lehrer Winfried Hofmann-Jarczyk, der das Stück eingeprobt hat. Die Schule befindet sich direkt an den Wallanlagen, der Turm steht in Sichtweite. Da liege es nahe, den Unterricht öfter mal in die Anlage zu verlegen und sich mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten zu beschäftigen. Eben auch mit der Sage um den Eschenheimer Turm.

Die Folge: Die Kinder kennen sich aus und „sind auch Experten für ihre Stadt“, sagt Hofmann-Jarczyk. Damit sei das Theaterstück ein perfektes Element der Ausstellung „Stadtlabor unterwegs“ des historischen Museums. Die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe will die verschiedenen Blickwinkel der Frankfurter auf ihre Wallanlagen abbilden. Für die Kinder sind sie Nachbar und „zweites Klassenzimmer“.

Diese Kombination aus Praxis und Unterricht überzeugt auch Feldmann. „Mir gefällt, dass man hier in die Anlagen geht und das für praktischen Unterricht nutzt.“ Er ist schließlich nicht nur gekommen, um zu schauspielern. Sondern auch, um im Rahmen seiner Tour durch Frankfurter Schulen mit Lehrern und Schülern zu sprechen.

Es geht Feldmann vor allem um Anregungen und Idee, von denen andere Schulen „abschreiben“ können. Auch wenn die Anna-Schmidt-Schule als Privatschule natürlich Mittel hat, von denen andere nur träumen können. Unterricht in den Anlagen sei eine solche Vorbildidee. Die umfassende Schulspeisung ohne Anmeldepflicht und Bürokratie sei eine weitere. „Wir sollten dazu kommen, dass wir das flächendeckend machen“, sagt Feldmann mit Blick auf die gut gefüllte Schulmensa. Alles Jammern über die schlechte Ernährung von Kindern sei sonst nur scheinheilige Schauspielerei.

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