Lade Inhalte...

Altstadt in Frankfurt „Überall in China Geschichten über die Altstadt“

Tourismusplaner aus aller Welt besichtigen die neue Altstadt in Frankfurt. Es ist der neueste Hotspot für Gäste aus Fernost und den USA.

Altstadt
Blick vom Hühnermarkt auf den Dom. Foto: Christoph Boeckheler

In China und den USA wissen sie längst Bescheid. In Frankfurt am Main, da haben die was ganz Altes neu ins Stadtzentrum gebaut. „In Amerika sind wir mit der Altstadt seit drei Jahren in den Reiseführern drin“, sagt Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress-GmbH, mit hörbarem Stolz.

Seit Wochen macht Feda „Sight-Inspections“ mit Kolleginnen und Kollegen aus China, Japan, England, USA – heißt auf Deutsch: Er führt ausländische Tourismusexperten über die Baustelle zwischen Dom und Römer. Fedas Ziel sind zwei Millionen Touristen aus aller Welt jährlich in der Altstadt.

„Sie werden einen gewissen Exhibitionismus brauchen, wenn sie da wohnen wollen“, prophezeit auch Michael Guntersdorf, der Geschäftsführer der Dom- Römer GmbH. Denn die Altstadt ist der neueste Hotspot auf dem internationalen Tourismusmarkt. Guntersdorf dirigiert Fachleute aus China, Skandinavier, Italiener, Briten durchs Quartier. Er beteuert aber zugleich: „Wir wollen kein touristisches Gebiet, wir machen hier Stadtreparatur.“

Aber wissen das die Touristen? Zum Beispiel die Chinesen? Die überfluten jeden Tag die Sehenswürdigkeiten in Frankfurt. „Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der chinesischen Touristen verfünffacht“, sagt Feda stolz. In Zahlen: 300 000 chinesische Übernachtungen im zurückliegenden Jahr, das ist die zweite Position, nur die USA liegen noch davor.

„Überall in den chinesischen Zeitungen erscheinen Geschichten über die Altstadt“, berichtet Feda. Wird es also Hinweistafeln in chinesischer Sprache in der Altstadt geben, so, wie im Kaufhof an der Zeil? „Unsere Gästeführer planen schon ihre Touren“, antwortet Frankfurts Tourismuschef ausweichend. Feda glaubt, dass die Altstadt aber noch ganz andere Potenziale birgt. „Die ist gut auch für den deutschen Individualtourismus!“ Machen wir uns nichts vor: Aus der Sicht der Tourismusplaner „sind wir eine unentdeckte Stadt“.

In Frankfurt haben sie also was Neues hingebaut, das aber trotzdem irgendwie alt ist. „Jeder wird da hinlaufen“, sagt Feda voraus. Da braucht es für die Besucherinnen und Besucher schon mehr Attraktionen als nur Fachwerkhäuser. Zum Beispiel: Wenn am 18. März 2018 die Luminale eröffnet, das große Licht- und Kulturfestival, dann wird an der neuen Pergola zwischen der Kunsthalle Schirn und der Altstadt eine große Neonleuchtschrift hängen.

Genau, woher haben Sie das gewusst? Es wird ein Zitat von Goethe sein. Mehr darf an dieser Stelle nicht verraten werden. Ist jedenfalls ein Super-Fotomotiv. Gerüchten zufolge wird die Leuchtschrift auch nach dem Ende der Luminale am 23. März da hängenbleiben. Aber immer merken: Die Altstadt ist kein touristisches Gebiet.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum