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Alte Oper Festliche Klänge in der Alten Oper

Die „Festlichen Klänge“ in der Alten Oper versetzen in eine augenzwinkernde Winter-Weihnachtsstimmung. Michael Quast lotst durch den Abend.

09.12.2012 17:36
Wolfgang Heininger
Michael Quast hat sich mit Reimen auf das Winterwetter vorbereitet. Foto: Rolf Oeser

Wenn bei Bruce Willis am Ende der Weihnachtssong „Let it snow“ erklingt, sind mindestens ein paar Dutzend Bösewichter und Unschuldige erschossen, erstochen oder in die Luft gejagt worden. Weniger brutal ging es da bei den „Festlichen Klängen“ am Samstag in der Alten Oper Frankfurt zu. Zumindest wenn die Besucher zuvor nicht auf anreisende „Eintracht“-Schlachtenbummler gestoßen oder in den Strom des Weihnachtsmarktes am Römerberg geraten waren, der die Menschen in sich aufsog, mal in die, mal in jene Richtung drängte, um sie irgendwann wieder an unvermuteter Stelle auszuspucken.

Nun aber stockte dieses Getriebe, als Michael Quast die Zuhörer unaufdringlich, fast schon „schlicht und ergreifend“ durch den Abend lotste, mal mit Heinz Erhardt, mal mit Hanns Dieter Hüsch oder Robert Gernhardt in augenzwinkernde Winter-Weihnachtsstimmung versetze. Eigentlich war es ja mehr ein Märchen- denn ein Festabend, mit Nussknacker, Rusalka, Ruslan und Ludmilla oder Hänsel und Gretel. Beschlossen vom Christmas-Medley von Johnny Bertl eine Mischung, mit der die Veranstalter nun wirklich nichts verkehrt machen konnten.

Noch dazu mit der gut aufgelegten Radio Symphonie Saarbrücken-Kaiserslautern unter Sascha Goetzel und den hinreißenden jungen Solistinnen Chiara Skerath (Sopran) und Theresa Kronthaler (Mezzosopran). Die gebürtige Belgierin Skerath vermag es mit gerade 24 Jahren, die Zuhörer mit ihrem Timbre voller Wärme und Intensität zu verzaubern. Spitzbübisch frech gibt Kronthaler, in Würzburg geboren und in Rom aufgewachsen – nicht zum ersten Mal – Humperdincks Hänsel und zeigt dabei auch schauspielerische Qualitäten.

Während die beiden ihren Part mühelos frisch und ungestüm bewältigten, musste der New Yorker Tenor Evan Bowers bisweilen schon arg pressen, um gegen das starke Orchester und die Tiefen der Partitur anzukommen. Doch soll in dieser Zeit der Vergebung und Nachsicht der Mantel der christlichen Nächstenliebe über diese kleine Schwäche gebreitet werden.

Erfreue man sich zum Schluss der Reime, die Michael Quast für das insgesamt überzeugende Potpourri aus dem Erhardtschen Fundus ausgegraben hatte und bestens zum folgenden sonntäglichen Schneegestöber passten:

„Wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben - so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür!
Ich lass ihn stehen!
Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt
und gut abgeschlossen!
Er kann nicht 'rein!
Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür -
und friert!“

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