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Alltags-Rassismus Römer uneins über „Mohren“-Apotheke

Die Umbenennung stößt auf Widerstand: Die Römer-Koalition findet keine gemeinsame Position im Namensstreit um die Frankfurter „Mohren“-Apotheken.

Apotheke „Zum Mohren“
Die Fassade des Hauses auf der Frankfurter Zeil mit der Inschrift „Zum Mohren“ ist denkmalgeschützt. Foto: Renate Hoyer

Die Koalition aus CDU, SPD und Grünen kann sich im Streit über die „Mohren-Apotheken“ nicht einigen. Deshalb kam es am Montagabend im Integrationsausschuss nicht zu einer Abstimmung über die Anregung der Kommunalen Ausländervertretung (KAV). Sie hatte vorgeschlagen,die Eschersheimer „Mohren-Apotheke“ und die „Zeil-Apotheke zum Mohren“ nahe der Konstablerwache umzubenennen, weil der Ausdruck „Mohr“ einen rassistischen Hintergrund habe. „Ein Koalitionspartner macht von seinem Vetorecht Gebrauch“, sagte Dimitrios Bakakis (Grüne). Obwohl also zwei Partner für eine Umbenennung sind, müssten sie dagegen stimmen.

Die Abstimmung wurde in den Haupt- und Finanzausschuss verlegt. „Damit wollen wir Zeit gewinnen“, erklärte Bakakis. Denn die Koalition will eine Resolution bis zur nächsten Plenarsitzung erarbeiten. „Über die Reaktionen auf die ganze Diskussion waren alle gleichermaßen entsetzt“, sagte Bakakis. Die KAV, die Stadtverordneten, sie hätten „übelste Beschimpfungen und Drohungen erhalten“. In der Resolution wolle man das aufs Schärfste verurteilen.

Die Besucher hätten lieber gesehen, wenn die Stadtverordneten für die KAV-Anregung gestimmt hätten. Deren Umsetzung „wird nicht zu weniger Rassismus führen“, sagte eine Bürgerin. „Es ist aber ein fälliges Signal, die Schattenseite der Geschichte zu betrachten“. Denn das etwa 1900 auf der Zeil erbaute Haus mit der Inschrift „zum Mohren“ sei ein Hotel gewesen und stehe zu „150 Prozent“ in der Tradition des Kolonialismus.

Dem widerspricht Thomas Kirchner (CDU). Im Zusammenhang mit Apotheken werde das Wort „Mohr“ schon länger geführt als es Kolonien in Afrika gab und es sei eine Anerkennung für die Leistungen anderer Kulturkreise in der Medizin. Bakakis ist aber der Meinung, es sei primär wichtig, was ein Wort heute in Menschen auslöse. Auch Pearl Hahn (Linke) findet, es sei nicht wichtig, was Sprachwissenschaftler sagen, sondern betroffene Personen. „Es ist tragisch, dass die Mehrheit im Ausschuss das M-Wort politisch nicht korrekt findet, wir jetzt aber die CDU umstimmen müssen“.

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