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Alexander Lacey „Ich weiß immer genau, wie es meinen Tieren geht“

Der bekannte Tiertrainer Alexander Lacey hat mit 17 Jahre im Zoo seiner Eltern sein erstes Raubkatzenrudel trainiert. Im FR-Interview äußert er sich zu Vorwürfen von Tierrechtsaktivisten.

Tiere im Zirkus
Auf du und du mit dem Löwen: Alexander Lacey vom Zirkus Charles Knie. Foto: Rolf Oeser

Sein erstes Raubkatzenrudel hat Alexander Lacey mit 17 Jahren im Zoo seiner Eltern trainiert. Vier Jahre später trat er vor Publikum auf. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau äußert sich der bekannte Tiertrainer zu Vorwürfen von Tierrechtsaktivisten und erklärt, warum er sich selbst für den „größten Tierschützer“ hält.

Peta demonstriert auch diesmal gegen Ihre Raubkatzen-Show in Frankfurt. Wären Ihre Tiger und Löwen in einem weitläufigen Wildpark besser aufgehoben?
Nein. Die sind extrem intelligent. Man kann sie nicht einfach in einen Wildpark mit schöner Landschaft setzen und erwarten, dass sie da glücklich werden. Sie würden einfach nur gelangweilt sein.

Aber bedeuten Transport, Training, Auftritte, Licht und Musik nicht enormen Stress für die Katzen?
Dafür gibt es keinen Beleg. Tierrechtsorganisationen erheben solche Anschuldigungen, aber sie haben noch keine einzige bewiesen. Sie wollen die Leute verunsichern. Warum leben meine Tiere denn doppelt so lange wie in der freien Wildbahn? Warum sind sie so gesund? Warum sind sie nicht gestresst? Warum vermehren sie sich so gut? Die Antwort ist offensichtlich: Das Leben, welches sie führen, ist wirklich, wirklich gut für sie. Es mag Leute da draußen geben, die sich nicht gut um ihre Tiere kümmern. Aber das liegt nicht in meiner Hand. Dafür gibt es Leitlinien und regelmäßige Kontrollen.

Sie sagen, die Tiere seien nicht gestresst. Aber sind sie auch glücklich bei Ihnen?
Einige Leute sagen, dass ich das nicht wissen kann, weil die Katzen nicht sprechen können. Das zeigt, wie wenig diese Menschen davon verstehen. Tiere sprechen miteinander. Sie kommunizieren über Körpersprache. Das ist wie mit einer tauben Person, die nicht sprechen kann. Wir verstehen diese Person trotzdem perfekt, weil wir eine Zeichensprache entwickelt haben. Mit Tieren ist das ähnlich. Ich weiß immer genau, wie es meinen Tieren geht – ob sie gute oder schlechte Laune haben, ob sie hungrig oder durstig sind oder ob sie Kopfschmerzen haben. Ich weiß sogar, ob sie Links- oder Rechtshänder sind. Man muss lernen, sie zu verstehen.

Wenn Sie in der Manege Kommandos geben, antworten die Katzen auch mal mit einem Fauchen. Was heißt das?
In der Natur signalisiert das Rudel der Oberkatze damit Einverständnis. Das ist also ein ganz natürliches Verhalten.

Wurden Sie schon von einem Rudelmitglied verletzt?
Wenn du mit Raubkatzen arbeitest, passiert sowas. Die haben scharfe Krallen. Das gehört dazu. Wer mit Pferden arbeitet, wird auch mal getreten. Das ist ganz normal. Tierrechtsorganisationen erzählen, dass wir die Krallen und Zähne der Katzen entfernen. Das stimmt offensichtlich nicht.

Tun die Menschen genug für den Schutz wilder Raubkatzen?
Nein, überhaupt nicht. Es gibt einfach nicht mehr genug Platz für sie. Das Argument, dass die Tiere generell in die Wildnis gehören, funktioniert nicht mehr. Das ist naiv. Diese Tiere brauchen jetzt Menschen, damit es sie überhaupt weiterhin gibt. Es ist doch ironisch, genau das verbieten zu wollen. Gute Zirkusse, gute Zoos, gute Wildparks sind die größte Hoffnung für das Überleben vieler Spezies.

Gibt es denn Punkte, in denen Sie den Aktivisten zustimmen?
Ich bin der größte Tierschützer überhaupt. Ich verstehe Löwen und Tiger besser als jeder Aktivist von Peta. Niemand von denen hat 25 Jahre lang jeden Tag mit Raubkatzen verbracht. Ich miste täglich die Gehege aus, füttere sie, gebe ihnen zu trinken und sorge mich um ihr Wohl. Die Aktivisten sitzen nur hinter ihren Computern und äußern ihr Missfallen. Die könnten mir doch nicht einmal sagen, ob ein männlicher oder weiblicher Tiger vor ihnen steht.

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