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Aktion Mädchentag mit lila T-Shirts

Der „Walk of Girls“ führt über die Zeil bis zum Merianplatz Zum Start geht es dem Goethe an den Sockel.

Mädchentag 2018
Gruppenbild ohne Herr: Teilnehmerinnen des Internationalen Mädchentags. Foto: peter-juelich.com

Guter Rat ist nicht teuer. „Schreibt euch die Handynummer mit dem Kuli auf den Unterarm, dann könnt ihr anrufen, wenn eine von euch verloren geht“, rät eine Mutter den Mädchen, die sie umringen. Am Donnerstag, kurz vor 12 Uhr, wuseln etwa 300 Mädchen zwischen zehn und achtzehn Jahren rund ums Goethe-Denkmal. Der Dichter, der das laute Geschehen um ihn herum mit stoischem Denkmal-Blick verfolgt, ist auch schon eingebunden in die Aktion: „Internationaler Mädchentag“ steht auf dem Transparent, mit dem der Sockel umwickelt wurde.

„Ich werde bald zwölf“, beantwortet Aleena die Frage nach ihrem Alter. „Gleichberechtigung“ steht auf dem Schild, das sie zusammen mit einer Freundin für diesen Tag gefertigt hat. Die zwölfjährige Tabita ist hier, weil sie will, dass „Mädchen akzeptiert und respektiert werden“. Ikhlas (16) hat sich schon oft über die Jungs in ihrer Klasse geärgert, die über ihr Aussehen gemeckert haben: „Ich kann aussehen, wie ich will.“

Die Musik ist laut, die Trillerpfeifen sind es auch. Einige Mädchen fangen an zu tanzen, zeigen sich gegenseitig komplizierte Schritte, Partystimmung rund ums Goethe-Denkmal. Linda Kagerbauer vom Frauenreferat, das die 200 lila T-Shirts und ebenso viele Luftballons spendiert hat, erinnert an die monatelange Planung für diesen Tag durch die Mädchen. Bevor der „Walk of Girls“ über die Zeil bis zum Merianplatz im Nordend beginnt, singen drei Neunjährige – Edda, Claira und Ity-I – den im vorigen Jahr komponierten Frankfurter Mädchentag-Song: „Purple Ballons in the Sky“. Später werden die Luftballons in den Himmel geschickt – „als Zeichen gegen Sexismus, Rassismus und Rechtspopulismus“, wie Linda Kagerbauer sagt. Sie erinnert in ihrer kurzen Rede auch an jene Mädchen und Frauen, die an diesem Tag nicht auf die Straße gehen können, weil sie auf der Flucht sind, in einem Kriegsgebiet leben oder dem Terror ausgesetzt sind.

Zwei Stunden sind für den Walk of Girls eingeplant. Ein Highlight ist die symbolische Umbenennung von Straßennamen. „Wir brauchen Vorbilder und wollen zeigen, was Frauen alles geschaffen haben“, sagt die 15-jährige Amol. Und so sind seit gestern unter anderem die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren und der Popstar Lady Gaga in Frankfurt zu Hause.

Im Jugendzentrum Heideplatz geht der Mädchentag dann weiter: Es werden Workshops angeboten, bei denen die Teilnehmerinnen viel lernen können: wie man Graffiti malt, Fußball spielt, das Haar stylt. Und damit alle durchhalten, wurde auch noch jede Menge Pizza bestellt.

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