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Airbnb in Frankfurt Airbnb wächst massiv

Obwohl die Bauaufsicht gegen Frankfurter vorgeht, die ihre Wohnungen über Portale wie Airbnb Reisenden anbieten, wächst die Zahl der Gastgeber. Airbnb fordern jetzt die Stadt auf, klare Regeln aufzustellen.

Das Portal Airbnb bietet auch in Frankfurt immer mehr Wohnungen an. Foto: AFP

Obwohl die Frankfurter Bauaufsicht weiterhin mit warnenden Briefen, Kontrollen und Bußgeldbescheiden gegen Frankfurter vorgeht, die ihre Wohnungen über Portale wie Airbnb regelmäßig Reisenden anbieten, wächst die Zahl der Gastgeber offenbar kräftig. Wie das US-Unternehmen auf Anfrage der FR mitteilt, bieten diese in der Stadt derzeit etwa 2500 Unterkünfte über seine Homepage an. Das seien circa 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Nach Schätzungen des auch im Hotelbereich tätigen Immobilienentwicklers GBI wurden 2015 mehr als 400 000 Übernachtungen von Touristen in Frankfurt über Portale wie Airbnb, Wimdu oder 9flats vermittelt.

Inzwischen versuchen in Frankfurt mindestens zwei Unternehmen, vom Trend zur Vermietung von privaten Unterkünften an Touristen zu profitieren. Sie bieten Services an, die Airbnb-Gastgebern die Vermietung erleichtern sollen. „Hosthelper“ nennt sich ein Start-up mit Sitz in Königstein, das Anbieter bei der Erstellung von Inseraten auf den einschlägigen Onlineportalen unterstützt und die Verwaltung und Vermarktung ihrer Wohnungen übernimmt. „Außerdem bieten wir einen Putzdienst und Schlüsselübergabeservice an“, heißt es.

Ein „vollumfängliches Management von Kurzzeitvermietung“ offeriert auch das Münchener Start-up „Airgreets“, das ebenfalls in Frankfurt aktiv ist. Das Geschäft sei gut angelaufen, die Nachfrage nach ihrem Angebot sei hoch, berichten die Geschäftsführer Florian Bogenschütz und Julian Ritter im Gespräch mit der FR.

Vermieter sind verunsichert

Unter den Anbietern gebe es jedoch „sehr viel Unsicherheit, was erlaubt ist und was nicht“. Martin Martinel, Geschäftsführer von Hosthelper, berichtet Ähnliches. „Wir hatten schon Kunden, die deswegen aufgegeben haben.“

In der Tat ist unter den Frankfurter Anbietern von Airbnb eine massive Verunsicherung zu spüren. Schon lange bemängeln Vermieter, dass die Bauaufsicht allzu schwammig formuliere, in welchen Fällen eine private Vermietung der Wohnung toleriert werde. In einem Merkblatt war die Rede davon, dass sie nicht von einer illegalen Nutzung ausgehe, wenn Anbieter ihre Wohnung während eines Auslandsaufenthalts „für einen Zeitraum von wenigen Wochen“ oder ein Zimmer „kurzfristig und nur für wenige Tage im Jahr“ Gästen überließen.

Inzwischen hat die Bauaufsicht sogar dieses Merkblatt von ihrer Seite entfernt. Dabei scheint der Aufklärungsbedarf hoch. Eine Gastgeberin berichtet der FR, sie habe erst erfahren, dass sie gegen Vorschriften verstoße, als zwei Männer der Bauaufsicht bei ihr zu Hause erschienen seien. Der Frau droht nun ein Bußgeld von mehreren Tausend Euro.

Klar wie nie drängt denn auch Airbnb auf Veränderungen. Man strebe einen „intensiveren und konstruktiven Dialog mit der Stadt Frankfurt“ an, um „klare Regeln für Homesharing zu schaffen“, sagt ein Airbnb-Sprecher der FR. In vielen Städten, etwa Hamburg, London, Paris und Amsterdam, habe man gut funktionierende Regelungen etabliert. Auch bei Airgreets verweist man auf Hamburg als Vorbild. „Dort ist die Regelung sonnenklar. Dort dürfen Eigentümer entweder die ganze Wohnung bis zur Hälfte des Jahres Touristen anbieten oder höchstens die Hälfte ihrer Wohnung das ganze Jahr“, sagt Geschäftsführer Bogenschütz.

Bei der Stadt sieht man keinen Bedarf für eine Präzisierung. „An unserer Position hat sich nichts geändert. Wir wollen nicht zulassen, dass eine Wohnung dauerhaft ihrem Hauptzweck, dem Wohnen, entzogen wird“, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Gegen Kurzzeitvermietungen gehe die Bauaufsicht aber nicht vor.

Gellert begründet das Löschen des Merkblatts von der Homepage der Bauaufsicht damit, dass sich dort nicht viele Gastgeber informiert hätten. Er rät Frankfurtern, die ihre Wohnung Touristen anbieten wollen, sich direkt an die Bauaufsicht zu wenden.

Noch viel zu zurückhaltend geht die Stadt nach Ansicht der Frankfurter Hoteliers gegen nach ihrer Sicht wettbewerbsverzerrende „Marktbegleiter wie Airbnb“ vor. Sie fordern die neue Stadtregierung auf, die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bei gewerblicher Zimmervermietung stärker zu kontrollieren.

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