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AfD Frankfurt Demo gegen die AfD

Rund 350 Menschen versammeln sich vor dem Saalbau Gutleut, um gegen den Wahlkampfauftakt der Alternative für Deutschland (AfD) zu demonstrieren. Es kommt zu kurzen Rangeleien mit der Polizei. Auch Absperrgitter werden umgeworfen.

Bei einer Demonstration gegen die AfD in Frankfurt kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Foto: dpa

Die AfD macht sich Sorgen um die Sicherheit. In Frankfurt, Deutschland und Europa. Darum ging es in zwei Vorträgen, die ihre Mitglieder Horst Reschke und Georg Pazderski am Mittwochabend im Saalbau Gutleut gehalten haben. Über 100 Menschen haben sich das angehört. Etwa 350 kamen zwar auch zum Saalbau, blieben aber lieber draußen. Damit die um ihre Sicherheit besorgten Besucher auch möglichst sicher zu dem Wahlkampfauftakt der AfD kamen, sperrte die Polizei den Eingang weiträumig ab und stellte einige Beamten dahinter.

Für die Gegendemonstranten war hingegen nur eines sicher: dass die AfD nicht, wie ihr Name besagt, eine Alternative für Deutschland ist. Jedenfalls keine wünschenswerte. Oder gar alternativlos. Ein Redner rückte die Partei in die Nähe der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, sprach von einer Neonazi-Ideologie und von Rassismus. „Wenn man nicht anerkennt, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte haben, ist das Rassismus.“ Bis auf wüste Beschimpfungen, wenige Eierwürfe, einige kurze Rangeleien und ein vorübergehendes Öffnen des Absperrgitters blieb es weitgehend sicher bei der Demonstration.

Thorsten Herget nannte die von ihm angemeldete Demo einen Erfolg. Das Konzept sei aufgegangen. Man habe der AfD den Wahlkampfauftakt „räumlich vermiest“. Allerdings wundere es ihn, dass die sogenannten etablierten Parteien wie die CDU, SPD und Grüne sich bedeckt hielten und bei dem Protest gegen die AfD nicht vertreten seien. „Das ist ein Armutszeugnis.“ Man wolle damit wohl, vermutet Herget, seine Wähler am rechten Rand nicht vergraulen.

Die Partei auf Wählerfang

Anders als in einer Boulevard-Zeitung zu lesen war, habe er von den Anwohnern des Gutleut bisher nur positive Rückmeldung zu dem Protest bekommen. Herget kündigte an, dass die AfD keine Veranstaltung in Frankfurt durchführen werde, ohne kritisch von Gegnern begleitet zu werden.

Mit einem eigenen Stand vertreten war am Mittwoch einzig die Satire-Partei „Die Partei“, die mit Glühweinausschank versuchte, die Wähler für sich zu erwärmen. Man sei der AfD gegenüber feindlich eingestellt, sagte Nico Wehnemann. Schon mehrfach hat sich die Partei mit ihren satirischen Plakaten Feinde bei der AfD gemacht, zuletzt bei den „Bürgern für Frankfurt“ (BFF). Den Vorwurf, eine linksradikale Organisation zu sein und Geld für die Antifa zu sammeln, wies Wehnemann zurück.

Bereits im vergangenen Oktober hat die AfD mit einer Veranstaltung im Saalbau Gutleut Protest provoziert. Damals sprach die Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch über das angebliche „Asylchaos“. Etwa 80 Gegner hatten zum Teil körperlich versucht, Besucher am Eintritt zu hindern.

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