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Abschiebung Per Charterflugzeug abgeschoben

Drei Flüchtlinge aus Eritrea sind am heutigen Dienstag vom Frankfurter Flughafen aus nach Italien abgeschoben worden. Für die Abschiebung wurde eigens ein Flugzeug gechartert.

In Italien droht Flüchtlingen, hier auf der Insel Lampedusa, Obdachlosigkeit. Foto: dpa

„Wir konnten es leider nicht verhindern“, sagt Hagen Kopp, Sprecher der Flüchtlingsinitiative „Lampedusa in Hanau“. Gegen 12 Uhr hob am Dienstag die Kleinmaschine mit drei eritreischen Flüchtlingen aus Hanau an Bord in Richtung Italien ab. Das Flugzeug war eigens vom Regierungspräsidium Darmstadt dafür gechartert worden. Um 11.10 Uhr sollte die Maschine eigentlich starten, doch Kopp berichtet, dass zwei der drei Afrikaner sich sehr gegen ihre Abschiebung wehrten, so dass das Flugzeug erst mit Verspätung starten konnte. Die drei Eritreer wurden auf Grundlage der Dublin-III-Verordnung abgeschoben. Diese besagt, dass Asylbewerber in das Land zurückgeschickt werden, in dem sie erstmals europäischen Boden betraten. Da die Afrikaner bei ihrer Ankunft auf Lampedusa Fingerabdrücke abgeben mussten, ist dem Abkommen gemäß Italien zuständig.

Laut Regierungspräsidium Darmstadt war die „Rücküberführung mit einem kostenträchtigen Kleincharter durchzuführen“, da die Flüchtlinge zuvor schon zweimal „ihre Überstellung“ verhinderten.
Von zwei der betroffenen Eritreern ist der Flüchtlingsinitiative bekannt, dass es schon zwei Abschiebeversuche gab, die jeweils wegen der verbalen Gegenwehr der beiden abgebrochen werden mussten. Die Piloten der jeweiligen Linienflugmaschinen weigerten sich darauf, die Personen gegen ihren Willen außer Landes zu bringen.

Was das nun eigens gecharterte Flugzeug kostet, wollte das Regierungspräsidium nicht sagen. Aus Darmstadt hieß es gestern dazu, dass es für die Landesbehörden keinen Ermessensspielraum bei der Abschiebung gebe, da man an die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gebunden sei. Laut der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft „Pro Asyl“ drohe den Männern in Italien Obdachlosigkeit ohne medizinische und soziale Versorgung. Im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens demonstrierten am Dienstagmorgen nach Angaben von „Lampedusa in Hanau“ rund 100 Menschen gegen die Abschiebung.

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