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Abriss Zeilgalerie Zeilgalerie wird abgerissen

Die Zeilgalerie wird abgerissen und macht Platz für eine Erweiterung des "Galeria Kaufhof". Der Neubau soll deutlich größer werden.

Die Zeilgalerie in Frankfurt soll abgerissen werden. Foto: dpa

Die Zeilgalerie wird abgerissen und macht Platz für eine Erweiterung des "Galeria Kaufhof". Der Neubau soll deutlich größer werden.

Die siebengeschossige Zeilgalerie nahe der Hauptwache wird abgerissen und macht Platz für eine Erweiterung der Galeria Kaufhof GmbH. Das bestätigte der Geschäftsführer der RFR Holding, Alexander Koblischek, am Wochenende der Frankfurter Rundschau.

Koblischek bestätigte damit Medienberichte vom Wochenende, die besagen, dass die Verkaufsfläche der Galeria Kaufhof durch den Neubau um etwa 10 000 Quadratmeter wachsen wird. Des Weiteren soll der Neubau trotz baulicher Anknüpfung an das Warenhaus eine eigenständige Fassade hin zur Zeil erhalten. Auch seien im Erdgeschossbereich drei gesonderte Läden geplant – das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Die RFR Holding hat die Zeilgalerie 2013 erworben und Teile an den Projektentwickler DC Values weiterverkauft. Seit diesem Deal wurde an einem neuen Konzept für die Passage gearbeitet.

„Ich kann bestätigen, dass wir mit dem Vermieter weitgehende Einigkeit über die Anmietung der Fläche der heutigen Zeilgalerie erzielt haben“, sagte Gerd Koslowski, Sprecher der Galeria Kaufhof, der Frankfurter Rundschau. Für die „Weltstadtfiliale an der Zeil“, so Koslowski weiter, sei der Neubau „eine erstklassige Chance, das Angebot an Marken und Sortimenten auszuweiten“. Wann der Abriss beginnt und mit der Eröffnung des Neubaus zu rechnen ist, steht noch nicht fest.

Kaufhof wächst um ein Drittel

Die Frankfurter Kaufhof-Filiale verfügt derzeit über eine Verkaufsfläche von 24 000 Quadratmetern. Nach der Erweiterung wird das Zentrum an der Zeil zu den größten Kaufhof-Niederlassungen in Deutschland zählen – vergleichbar groß sind etwa die Filialen in der Hohen Straße in Köln (31 000 Quadratmeter) und am Berliner Alexanderplatz (35 000 Quadratmeter).

Der Abriss der Zeilgalerie setzt einen Schlussstrich unter die jahrelangen Schwierigkeiten, die die Besitzer mit dem unorthodoxen Einkaufszentrum hatten. Bereits die Planungen für das 1992 errichtete Gebäude verliefen denkbar schwierig. So hatte der Immobilienentwickler Jürgen Schneider damals Kredite in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro von der Deutschen Bank erschwindelt. Unter anderem hatte Schneider das Geldhaus mit falschen Flächenangaben und erfundenen Mietern gelockt.

Leerstand und neue Besitzer

Im Lauf der 2000er Jahre machte sich nach und nach Leerstand in dem Zentrum breit. 2008 kaufte die IFM Immobilien AG die Galerie dann für 50 Millionen Euro und baute das Gebäude in den folgenden Jahren um. Doch auch das half nichts, zuletzt strichen immer mehr Ladenbesitzer und Franchisenehmer die Segel. Oft waren die lichten Gänge der Galerie selbst zu den besten Einkaufszeiten nur spärlich gefüllt.

Besuchermagnet war einzig die Aussichtsplattform auf dem Dach. „Das war wohl das Problem. Jeder hat da wohl nur die Aussicht genossen“, kommentierte ein Twitternutzer am Wochenende die Nachricht vom geplanten Abriss. Ob auch der Neubau einen Aussichtspunkt erhalten soll, ist nicht bekannt.

Mit der Zeilgalerie verschwindet eines der architektonisch interessantesten Gebäude an Frankfurts zentraler Einkaufsstraße. Entworfen wurde der markante Bau von Darmstädter Architekturbüro Kramm+Strigl. Die Ziele der Architekten waren hehr: Statt einem Block mit monotoner Fassade sollte ein Baukörper errichtet werden, der die Stadt ins Gebäude zieht und somit das Einkaufszentrum gefühlt in den öffentlichen Raum integriert. „Vom reinen Konsumerlebnis hin zum komplexen Stadterlebnis“, heißt es auf der Webseite der Architekten. Damit ist es nun bald vorbei.

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