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Abfallablagerung Müll im Stadtwald bereitet Probleme

Revierförster Lars Eckert erklärt, wie viel Holz im Wald gefällt wird und warum.

Frankfurter Stadtwald
Spazierengehen ist erwünscht, Müll zurücklassen aber nicht. Foto: Rolf Oeser

Revierförster Lars Eckert wird im Wald häufig angesprochen. Von Wanderern, die wissen wollten, warum die „schönen Bäume“ gefällt würden. Seit vergangenem Herbst kümmert sich der 36-Jährige um das Revier Oberrad. Der Mann im hellgrünen Hemd mit „Forst“-Emblem erklärt: Im Stadtwald wachse mehr Holz nach, als gefällt werde. 6,4 Festmeter Holz im Jahr. Das sei ein kleiner Würfel pro Sekunde.

Seine Aufgabe sei es, so Eckert, auf qualitatives Wachstum zu achten. Die „Zukunftsbäume“ blieben stehen. Sie seien mit einem Zellulose-Band markiert. Die astreichen und krummen Bäume, die den geraden und astreinen Bäumen im Weg stünden, würden herausgenommen. Sie trügen einen Diagonalstrich. „Wenn ich es den Wanderern so beschreibe, sind sie meist zufrieden“, sagt Eckert beim Ortstermin der CDU-Fraktion im Stadtwald.

Tina Baumann, die Leiterin der Abteilung Stadt-Forst im Grünflächenamt, erzählt  beim Rundgang, dass im Jahr rund 33 000 Festmeter Holz verkauft würden. Für Treppen, Särge, Holzschnitzel, Spanplatten, Papier. Das meiste innerhalb von Deutschland. Zehn Prozent gehe ins Ausland, etwa nach Frankreich für hochwertige Barrique-Fässer aus Eichenholz oder nach China, für Gebetstäfelchen aus Buche.

20 Prozent Nadelholz, 80 Prozent Laubwald

Viel Wert legt Baumann darauf, dass das Frankfurter Holz FSC-zertifiziert sei. Das Gütesiegel lege fest, dass im Stadtwald keine Insektizide gespritzt werden dürften. Dann macht sie eine Ausnahme. Gegen Eichenprozessionsspinner, der beim Menschen brennende Pusteln auf der Haut auslösen kann, sei im Mai gespritzt worden. Und falls der Borkenkäfer im Stadtwald heimisch werde, müsse der Stadt-Forst nachdenken, die Fichten zu spritzen. „Wir wollen nicht, dass diese Baumsorte ausgerottet wird“, sagt sie.

20 Prozent des Stadtwaldes bestehe aus Nadelholz, meist Kiefern, führt Tina Baumann aus. 80 Prozent aus Laubwald, vor allem Buche und Eiche, aber auch Ahorn, Esche, Kirsche. Diese Vielfalt solle erhalten bleiben. Das FSC-Gütesiegel sorge dafür, dass fünf Prozent des Waldes ganz sich selbst überlassen blieben.

Tina Baumann blickt auf einer weiten Lichtung umher. Mehr als hundert Jahre alte Buchen ragen in die Höhe. Moosbewachsenes Totholz liegt herum. „Das ist eine potenzielle Stilllegungsfläche, sagt sie. Im Stadtwald lebten geschützte Arten von Fledermäusen und Spechten, außerdem Uhus, Habichte, Hirschkäfer. Die stillgelegten Flächen seien für diese geschützten Arten ein idealer Lebensraum. Während im Oberräder Stadtwald Hirsche und Rehe lebten, gebe es im Schwanheimer Stadtwald auch Wildschweine. Zum Leid der Anwohner, deren Gärten sie aufwühlten. Die Förster des Stadt-Forstes dürften das Wild auch jagen und schießen und zum Metzger bringen. Wurst und Schinken von Frankfurter Wild gebe es im Stadt-Wald-Haus zu kaufen.

Für Wanderer, Reiter und Radfahrer sei der Wald als Naherholungsgebiet gedacht, erklärt Baumann. Highlights seien der 43 Meter hohe Goetheturm, die Weiher, Seen, und Waldspielplätze. Auf 450 Kilometer Wegen könnten die Menschen den Wald erkunden. Der Unterhalt der Wege koste den Stadt-Forst jährlich 150 000 Euro.

Wanderer sollten auf herabfallende Äste achten

Vor herabkrachenden Ästen oder Wurzeln, die zu Stolperfallen werden, könne der Stadt-Forst die Besucher aber nicht schützen. „Das Betreten des Waldes besteht auf eigene Gefahr“, sagt Tina Baumann. An den Straßen würden zweimal im Jahr die Bäume geschnitten, zur Verkehrssicherung, auch rund um die zahlreichen Bänke im Wald.

Probleme gebe es vor allem mit illegal abgelagertem Müll, sagt Förster Lars Eckert. „Elektrogeräte, Ölfässer, Einbauküchen“ würden in den Wald geschmissen. Mehrmals im Monat komme ein Lastwagen, um den Schrott abzutransportieren. Sorge bereiteten ihm die „Giftköder mit Rasierklingen“, die gegen Hunde ausgelegt würden. Ansonsten herrsche im Wald - abgesehen vom Fluglärm - Ruhe und Harmonie. Wenig Konflikte gebe es zwischen Reitern und Fußgängern. Radfahrer und Fußgänger kämen sich fast nie in die Quere.

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