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A661 Kritik an A661-Ausbau wird laut

Die Bürgerinitiative Riederwald befürchtet Lärm und Schadstoffe, wenn die A661 sechsspurig ausgebaut wird. Die zwei zusätzlichen Spuren sollen helfen, Staus zu vermeiden.

Die A661 ist schon lange eine Baustelle – und bleibt es womöglich bis 2034. Foto: christoph boeckheler*

Rainer Frey wehrt sich gegen den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A661 zwischen Bad Homburger und Offenbacher Kreuz. „Beim Schutz der Bevölkerung wird nur auf den Cent geschaut“, so der Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald.

Die A661 verlaufe am Stadtteil Riederwalds direkt an Wohnhäusern vorbei. Zehn Spuren mit dichtem Verkehr, die Auffahrten eingerechnet, gebe es bald am Autobahndreieck Erlenbruch. „Massive Überschreitungen bei Lärm und Schadstoffen drohen.“

Einen Ausbau der Autobahn von vier auf sechs Spuren sieht der Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans vor. Den hat das Verkehrsministerium in Berlin am 16. März vorgestellt. Insgesamt 15 Autobahn-Projekte in Hessen sind darin unter „vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Das heißt, sie stehen ganz weit oben auf der Liste.

Das teuerste Projekt ist der Ausbau der A661 auf rund 14 Kilometern: 272 Millionen Euro will der Staat dafür ausgeben. Naturschutzgebiete sind laut Bund nicht betroffen. Neben der Autobahn seien Äcker und Grünland. Die zwei zusätzlichen Spuren sollen helfen, Staus zu vermeiden.

Während derzeit 117 000 Autos und 10 400 Lastwagen am Tag im Abschnitt fahren, sind bis zum Jahr 2025 insgesamt 125 000 Autos und 21 000 Laster prognostiziert. „Mit der Erweiterung werden sich Verkehrsqualität und Verkehrssicherheit deutlich verbessern“, heißt es.

Komplette Einhausung gefordert

Die Bürgerinitiative Riederwald sieht die andere Seite der Medaille und geht von zunehmendem Verkehrslärm und Schadstoffen aus. Deshalb fordert sie eine komplette Einhausung der A661 bis zur A66. „Wenn der Ausbau kommt, fordern wir den optimalen Schutz für die Bevölkerung“, sagte auch Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnisses unmenschliche Autobahn. Es gebe keine Alternative zur kompletten Einhausung bis zum Riederwald.

Dort baut die Straßenbehörde Hessen Mobil gerade das neue Dreieck Erlenbruch. Es soll die beiden Fernstraßen verbinden. Für den Riederwaldtunnel sind die Arbeiten nach zweijähriger Verzögerung von 2018 bis 2025 angesetzt.

Bis die A661 sechsspurig ist, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen. Die Projektbeschreibung geht von 13 Jahren ausstehender Planungszeit aus. Darauf folgen fünf Jahre Bauzeit. Vor 2034 wäre die A661 nicht sechsspurig.

An den Ausbau gekoppelt ist ein anderes Vorhaben: die Einhausung der A661 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße. Dafür ist ein bis zu 1200 Meter langer Tunnel vorgesehen. Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) sprach im Interview mit der Frankfurter Rundschau zum Jahresende über „eine Entwicklung von 10, 15 Jahren“. Am Planungsstand habe sich nichts geändert, so eine Referentin des Planungsdezernats auf Nachfrage.

Aus Sicht der Landes ist eine Sanierung der Autobahn-Kreuze in Hessen dringend nötig, erklärte Wolfgang Harms, Sprecher des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne). Für Aus- und Neubau von Bundesstraßen und Autobahnen seien im Land knapp acht Milliarden Euro vorgesehen.

Nach der Bürgerbeteiligung bis 2. Mai werde die überarbeitete Fassung des Verkehrswegeplans „dem Bundeskabinett zum Beschluss vorgelegt“, erklärte das Verkehrsministerium in Berlin das Verfahren. Wenn es nach Rainer Frey geht, sollen sich möglichst viele Anwohner mit Stellungnahmen beteiligen. „Bitte schreibt Kommentare.“

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