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A661 Kommt die Einhausung später?

Der A661-Ausbau verzögert sich. Dies könnte auch zu einer Verzögerung der Einhausung eines Teilstücks der Autobahn bei Frankfurt führen.

Die Autobahn 661 soll eigentlich gedeckelt werden. Foto: peter-juelich.com

Mit der Verzögerung des Ausbaus der Autobahn 661 zwischen Offenbach und Bad Homburg muss die Einhausung eines Teilstücks in Frankfurt neu diskutiert werden. In den bisherigen Entwürfen des Stadtplanungsamt sind Ausbau und Einhausung aneinander gekoppelt. „Planerisch ist es natürlich optimal, die beiden Arbeiten gleichzeitig anzugehen“, sagt Sabine Guttmann vom Stadtplanungsamt auf Anfrage der FR. Für die Stadt wären andere Lösungen deutlich teurer.

„Die Entscheidung, die Autobahn erst nach 2030 auszubauen, verändert die Ausgangslage“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Michael zu Löwenstein. „Das macht unser Projekt Ernst-May-Viertel schwieriger.“ Die Einhausung ist bislang zentraler Punkt bei der Entwicklung des Ernst-May-Viertels. Der ehemalige Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) hatte das Projekt stets unter dem Titel „Grüne Mitte“ laufen lassen: Im Gegenzug zur Bebauung grüner Flächen wären durch die Begrünung des Tunnels bis 2028 Huthpark und Günthersburgpark miteinander verbunden worden.

Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch aber den neuen Bundesverkehrswegeplan, bei dem der Ausbau der A661 von derzeit vier auf dann sechs Spuren an Priorität verloren hat. Er wird nun frühestens 2030 angegangen. Auch wenn der Plan keine rechtliche Bindung hat, gilt er als Richtwert. Der Bau der Einhausung ist indes von 2023 bis 2025 vorgesehen gewesen, zeitgleich mit dem Ausbau.

„Man kann ja schlecht vier Spuren einhausen, wenn die Autobahn zehn Jahre später erweitert wird“, sagt Löwenstein, der nun prüfen lassen möchte, inwieweit der Kabinettsbeschluss noch korrigiert werden könne. Das Stadtplanungsamt entgegnet, technisch sei das möglich, man könnte etwa einen breiteren Deckel bauen, durch den später mehr Spuren verlaufen könnten. Inwiefern das die Gesamtkosten beeinflusst, müsse noch geklärt werden.

„Wir müssen uns jetzt eng mit Hessen Mobil abstimmen, um zu erörtern, was die Verzögerung beim Ausbau für uns bedeutet“, sagt Sabine Guttmann der FR. Generell würde man die Einhausung auf 400 Metern zwischen Seckbacher Landstraße und der Ausfahrt Friedberger Landstraße noch nicht als gescheitert betrachten. Auch Löwenstein sagt: „Teile des Ernst-May-Viertels könnten auch unabhängig davon realisiert werden.“

Die ohnehin schwierige Finanzierung der von 1200 auf 400 Meter geschrumpften Einhausung muss nun neu geregelt werden. Die Koppelung gab es auch, weil der Bund beim Ausbau der A661 für Lärmschutz sorgen muss und die Stadt darauf hoffte, dass der Bund sich deshalb an den Kosten von rund 90 Millionen Euro beteiligt. „Das ist in weite Ferne gerückt“, sagt der Bornheimer Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne). Die Stadt stehe nun vor der Frage, ob sie die Einhausung mit eigenen Mitteln finanzieren wolle und könne.

Anwohner rund um die neuen Viertel befürchten schon seit Monaten die Bebauung von ökologisch wertvollen Flächen ohne einen Ausgleich durch die Deckelung. „In der Magistratsvorlage steht, dass die Erlöse durch das Innovationsquartier zweckgebunden für die Einhausung sind“, sagt Peter Beckmann von der BI „Grüne Lunge am Günthersburgpark“. Ohne Einhausung brauche man folglich kein Quartier.

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