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Nieder-Eschbach "Gefahren trotz Schranken" 2

Ortsbeirat und VGF streiten über die U-Bahn-Übergänge im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Weil es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen kam, gibt es Diskussionen über die Sicherheit.

Am Bahnübergang an der Nieder-Eschbacher Deuil-la-Barre-Straße gibt es immer wieder schwere Unfälle.
Am Bahnübergang an der Nieder-Eschbacher Deuil-la-Barre-Straße gibt es immer wieder schwere Unfälle. Foto: Monika Müller

Kurz vor dem Ende der Diskussion stellte Tanja Raab-Rhein die entscheidende Frage: „Sind unsere beiden Bahnübergänge sicher?“, fragte das CDU-Mitglied im Ortsbeirat 15. Gemeinsam mit Michael Rüffer von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) diskutierte das Stadtteilgremium am Freitagabend darüber, wie man Bahnübergänge sicherer machen kann. Rüffer zögerte etwas, doch dann antwortete er auf die Frage mit einem eindeutigen: „Ja!“

Die Übergänge an der Deuil-La-Barre-Straße und am Urseler Weg sind in Nieder-Eschbach ein heikles Thema, und das obwohl sie beschrankt sind. Das liegt auch daran, dass vor fünf Jahren ein 13-jähriges Mädchen beim Überqueren der Gleise von einer U-Bahn mitgeschleift und getötet wurde. Im Mai 2012 wurde eine 16-Jährige, die rote Ampel und Schranken missachtet hatte, von einem Zug schwer verletzt.

„Wir müssen an unseren Bahnübergängen für mehr Sicherheit sorgen“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Michael Paul am Freitag. Vor Jahren hatte er gemessen, dass Bahnen die Übergänge mit bis zu 55 Kilometern pro Stunde passierten. Nachdem die Züge einige Zeit lang langsamer unterwegs gewesen seien, bretterten sie nun wieder vorbei, sagte Rainer Drephal (Freie Wähler).

Wie die FR berichtete, wollten die Grünen den Magistrat in der Oktober-Sitzung des Ortsbeirats bitten, sogenannte Bodenampeln an den Bahnübergängen zu errichten der Antrag löste in der Sitzung eine heftige Debatte aus. Auch weil die VGF der FR zuvor mitgeteilt hatte, dass sich Bodenampeln an der U-Bahnstation Lindenbaum nicht bewährt hätten.

Daran setzte Rüffer am Freitagabend an: Die VGF bevorzuge gelbe Piktogramme auf dem Asphalt und sogenannte Z-Übergänge, die für eine „gewisse Entschleunigung“ sorgten. Dabei werden Fußgänger parallel zu den Gleisen geführt, damit sie einmal in jede Fachrichtung blicken müssen. Am Urseler Weg seien Z-Gitter aber schwer umzusetzen, da sie viel Platz bräuchten, so Rüffer. Er betonte: „Die Übergänge sind schon sehr hochgerüstet.“ Am wichtigsten sei deshalb Prävention. „Die Kommunikation ist verbesserungswürdig.“

Rüffer verwies auf die Verkehrserziehung in der Otto-Hahn-Schule. Dort hätten Schüler auch eine ungeschnittene Überwachungsaufnahme vom tödlichen Unfall des 13-jährigen Mädchens gezeigt bekommen mit Erfolg: „Die Schüler hingen uns an den Lippen.“ Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU) knüpfte daran an und plädierte für mehr Werbung in Kinos, im Internet und im Fernsehen.

Otto Pühl vom VdK-Ortsverband schlug vor, zu den Stoßzeiten Sicherheitskräfte an den Bahnübergängen einzusetzen. Michael Rüffer betonte, dass an der Station Lindenbaum sogar uniformierte Polizisten kein Gehör gefunden hätten. Um weitere Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen, wollen sich Ortsbeirat und VGF nun an den beiden Bahnübergängen im Stadtteil treffen. 

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